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Köln-Wut nach dem 1:2 gegen Borussia Dortmund – nicht nur gegen Schiedsrichter Daniel Siebert (41) und sein VAR-Team im Kölner Keller. Sportboss Thomas Kessler (40) nahm auch den eigenen Stadionsprecher nach Schlusspfiff Maß und watschte ihn öffentlich für seinen Stadion-Skandal ab.

Hintergrund: Stadionsprecher Michael Trippel (71) hatte zwei Mal völlig die Fassung verloren. Direkt nach der VAR-Entscheidung, die zum Rot von FC-Abräumer Simpson-Pusey führte, hatte er ins Mikro gebrüllt: „Pfui! Widerlich!“ Nach Schlusspfiff hatte Trippel dann noch einen draufgesetzt und sagte erneut durchs Stadion-Mikro: „Ich werde wahrscheinlich richtig Ärger kriegen, aber ich muss es loswerden: In der 95. Minute gab es ein klares Handspiel im Dortmunder Strafraum und das guckt sich noch nicht mal einer an.“

Kölns Stadionsprecher Michael Trippel

Kölns Stadionsprecher Michael Trippel

Foto: picture alliance/Chai von der Laage

Stadionsprecher muss zum Rapport

Zu viel für den Köln-Boss. Der sprach anschließend Klartext. Kessler bei Sky: „Das ist eine Thematik, die gefällt mir nicht. Wir wollen nicht über den Stadionsprecher den Schiedsrichter bewerten. Dafür gibt es Menschen im Klub, dazu gehört er nicht.“ Anschließend legte er noch mal nach: „Da werden wir sicherlich im Nachgang noch drüber sprechen.“ Heißt im Klartext: Kölns Stadionsprecher drohen Konsequenzen – vom FC und vielleicht sogar vom DFB, der sich die Aussagen wahrscheinlich auch noch mal ganz genau anhören wird.

Schiedsrichter Daniel Siebert (41) diskutiert mit FC-Kapitän Marvin Schwäbe (30)

Schiedsrichter Daniel Siebert (41) diskutiert mit FC-Kapitän Marvin Schwäbe (30)

Foto: picture alliance/SVEN SIMON

Köln-Wut auf Schiri und VAR

Das einzige, was Kessler und seinen Stadionsprecher am Samstagabend vereint, ist die Wut auf Schiri Siebert und den im Kölner Keller verantwortlichen Video-Assistenten Benjamin Cortus, der beim Handspiel von BVB-Profi Couto in der 5. Minute der Nachspielzeit nicht eingriff.

Kessler tobte, nachdem er zunächst seinen Trainer Lukas Kwasniok (44) beruhigen musste: „Ich verstehe das nicht und ich weiß nicht, was Benjamin Cortus in dem Moment im Kölner Keller gemacht hat. Ich will jetzt auch keine Erklärung mehr dafür haben. Couto kriegt den Ball an die Hand. Linton Maina steht zum Schuss bereit dahinter. Damit ist eine klare Vereitelung einer Torchance. Das war eine spielentscheidende Szene. Ich wundere mich sehr, dass das der Schiedsrichter nicht gesehen hat. Aber er hat zwischendurch ja auch einen Elfmeter gesehen, der keiner war.“

Schiri Siebert hatte in der 67. Minute zunächst auf Foulspiel von Özkacar an Silva und damit auf Elfmeter für den BVB entschieden. Auf Aufforderung von Cortus aber hatte er den Elfmeter dann wieder einkassiert, weil Kölns Özkacar den Ball gespielt hatte.

Kwasniok: „Der liebe Gott im Tiefschlaf“

Auch Kölns Coach war am Ende bedient und frustriert. Kwasniok: „Irgendwo muss es da ganz oben jemanden geben, der es nicht so gut mit uns meint. Man sagt ja immer: „Im Kölner Keller wird geschlafen.“ Aber offensichtlich war auch der liebe Gott im Tiefschlaf.“

Frust und Wut am Ende des FC-Spiels. Kessler sagt trotzdem: „Es ist sehr schade für die Jungs, aber die sollen heute mit erhobenem Haupt das Stadion verlassen. Wir sind nach dem Spiel noch im Soll.“