WM-Qualifikation

Stand: 07.03.2026 20:02 Uhr

Deutschlands Fußballerinnen scheinen auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien nicht aufzuhalten zu sein. Vier Tage nach dem lockeren 5:0-Erfolg zum Auftakt der Qualifikation gegen Außenseiter Slowenien feierte das Team von Bundestrainer Christian Wück auswärts einen überraschend deutlichen 4:0 (3:0)-Erfolg gegen Norwegen.

von Hanno Bode

Gegen den vermeintlich stärksten Konkurrenten im Kampf um den Gruppensieg und der damit verbundenen direkten WM-Qualifikation ließ der Rekordeuropameister am Samstagabend im Viking-Stadion zu Stavanger eindrucksvoll seine Muskeln spielen. Trotz des ungewohnten Untergrunds – gespielt wurde auf Kunstrasen – hatte Deutschland das Geschehen über weite Strecken der Partie unter Kontrolle und zeigte eine fußballerisch und taktisch sehr ansprechende Leistung.

Elisa Senß (18.), Carlotta Wamser (45.+1) und Vivien Endemann (45.+3) sorgten mit ihren Treffern bereits im ersten Durchgang für die Vorentscheidung. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Jule Brand zum 4:0-Endstand (58.). „Wir haben von Anfang an alles reingeschmissen und auch zu den richtigen Zeitpunkten die Tore gemacht. Das Gesamtprodukt war sehr, sehr gut“, sagte Wamser im ZDF.

Weiter gehts für die Wück-Mannschaft in der Qualifikation am 14. April (18.15 Uhr) in Nürnberg gegen Österreich, das seine zweite Partie in Slowenien mit 0:1 verlor und damit punktloser Gruppenletzter ist.

Spielszene des Frauen-Länderspiels Deutschland gegen Slowenien

Dank doppeltem Blitzstart

Deutschlands Fußballerinnen zeigen gegen Außenseiter Slowenien eine gute Leistung und machen den ersten Schritt in Richtung der Weltmeisterschaft in Brasilien.

Endemann verpasst zweimal die Führung

Deutschlands Vivien Endemann (r.) im Zweikampf mit Norwegens Tuva Hansen

Vivien Endemann hatte zunächst Abschlusspech, traf dann aber zum 3:0.

Das DFB-Team, bei dem Nicole Anyomi, Wamser und Janina Minge anstelle von Shekiera Martinez, Linda Dallmann und Camilla Küver in der Startelf standen, war von Beginn an spielbestimmend und hätte früh in Führung gehen können – vielleicht sogar müssen. Denn Vivien Endemann kam in der Anfangsphase gleich zweimal frei zum Abschuss.

Zunächst scheiterte die Angreiferin vom VfL Wolfsburg mit ihrem Linksschuss an Keeperin Cecilie Hauståker Fiskerstrand (6.), kurz darauf traf die 24-Jährige freistehend mit rechts nur den Außenpfosten (7.).

Senß lässt Deutschland nach Kett-Flanke jubeln

Norwegen versuchte anschließend, kompakter zu stehen und die Räume enger zu machen. Und was tut eine kluge Mannschaft in solchen Fällen? Sie verlagert ihre Angriffe vom Zentrum auf die Flügel.

So auch Deutschland. Und zwar mit Erfolg: Franziska Kett flankte beinahe von der Grundlinie aus in den Rücken der Abwehr, dort konnte Guro Bergsvand nicht richtig klären, sodass der Ball Senß vor die Füße fiel, die mit einem satten Linksschuss für das 1:0 sorgte. Für die Frankfurterin war es der vierte Treffer im 32. Länderspiel.

Video:
Torschützin Senß – „Seitdem ich den neuen Torjubel habe läuft’s“ (2 Min)

Keeperin Berger verhindert den Ausgleich

Mit der Offensiv-Vorstellung seines Teams konnte Wück im ersten Abschnitt mehr als zufrieden sein. Die Arbeit gegen den Ball war über weite Strecken von Hälfte eins auch ausgezeichnet, in wenigen Situationen kam das DFB-Team aber einen Schritt zu spät. So hatten Signe Gaupset und Ada Hegerberg in der 34. Minute binnen weniger Sekunden jeweils die große Ausgleichschance. Nur gut für die Gäste, dass Keeperin Ann-Katrin Berger zweimal per Fuß abwehren konnte.

Viel mehr Zwingendes brachten die Skandinavierinnen vor der Pause nicht zustande. Weltklasse-Stürmerin Caroline Graham Hansen war ebenso wie Hegerberg mit Ausnahme ihrer einen Top-Gelegenheit bei der deutschen Verteidigung in guten Händen.

Doppelschlag vor der Pause sorgt für klare Verhältnisse

Deutschlands Spielerinnen bejubeln einen Treffer

Das DFB-Team konnte kurz vor der Halbzeit zwei Treffer binnen 120 Sekunden bejubeln.

Norwegens Defensivleistung genügte derweil keinen höheren Ansprüchen. Auch beim zweiten Gegentor mangelte es den Spielerinnen der englischen Trainerin Gemma Grainger am richtigen Timing im Zweikampfverhalten. So konnte Endemann ohne Gegnerdruck in den Strafraum passen, dort hielt Wamser den rechten Fuß hin und bugsierte den Ball ins kurze Eck.

Nachdem Endemann 120 Sekunden später nach Vorlage von Anyomi per Linksschuss in den Giebel zum 3:0 erfolgreich war, strahlten die deutschen Akteurinnen beim Gang in die Kabine mit dem Flutlicht um die Wette. Die Führung war nach einer fast rundum gelungenen Vorstellung auch in der Höhe absolut verdient – und fiel ob der Vielzahl von Torgelegenheiten sogar eher noch zu niedrig aus.

Norwegen stürmt – Deutschland trifft

Die Norwegerinnen waren nach dem Seitenwechsel um Ergebniskosmetik bemüht und waren dem Anschlusstreffer auch ein, zweimal nah. Doch entweder standen sie sich selbst im Weg – oder Berger war zur Stelle. Deutschland blieb vor dem Tor hingegen kalt wie die berühmte Hundeschnauze. Bestes Beispiel für die Abgezocktheit des DFB-Teams an diesen kühlen Abend war das Tor zum 4:0, als Brand nach einem Konter Keeperin Fiskerstrand den Ball in aller Ruhe durch die Beine schoss.

Video:
Kapitänin Gwinn – „Macht Lust auf mehr“ (2 Min)

Mit der deutlichen Führung im Rücken gingen die Deutschen nicht mehr so konzentriert und aggressiv zu Werke wie zuvor. Berger und das norwegische Abschlusspech zeichneten in der Schlussphase dafür verantwortlich, dass die Gäste kein Gegentor kassierten und damit nach zwei Partien mit der eindrucksvollen Bilanz von sechs Punkten und 9:0 Toren dastehen.

Vivien Endemann freut sich.

DFB-Frauen

Nach einem Jahr Pause ist Vivien Endemann wieder für Deutschland aufgelaufen. Gegen Slowenien feierte die Angreiferin eine emotionale Rückkehr.

Deutschlands Nationalspielerin Larissa Mühlhaus

Nationalteam

Die Stürmerin des SV Werder Bremen feierte gegen Slowenien einen perfekten Einstand und belebt den Konkurrenzkampf in der deutschen Offensive.