Neue Schilder und Markierungen in der Stremayr-/Kopernikusgasse sorgen bei Radfahrern für Verwunderung. Was dahintersteckt.
Plötzlich steht da ein Verkehrsschild mitten am Weg. So berichten es Radfahrer, die den Radweghügel bei der TU Graz, zwischen Schörgelgasse und Stremayr-/Kopernikusgasse, regelmäßig nutzen. Tatsächlich hat die Stadt Graz im Bereich Kopernikusgasse die Vorrangregeln nachgeschärft und den Radweg neu markiert: Autofahrer, die aus der dortigen Tiefgarage herauskommen, haben nun dezidiert Vorrang, Radfahrer auf der viel befahrenen Radachse müssen „Vorrang geben“.
Die Änderungen sind das Ergebnis eines Lokalaugenscheins der Behörde, betont man im Büro von Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne). Dieser hat ergeben: Die Verkehrssituation ist komplex, es war nicht klar genug ersichtlich, welcher Verkehrsteilnehmer Vorrang hat. „Der Geh- und Radweg endet an dieser Stelle und mündet sehr schräg in die verlängerte Stremayrgasse. Dort kommen auf wenigen Metern ein Schutzweg, die Einmündung des Radwegs und die Zufahrt zur Tiefgarage zusammen. Zusätzlich ist die Sicht wegen einer Mauer eingeschränkt.“
© Gerald Winter-PölslerNeue Tafel mitten am Weg: Gemischter Geh- und Radweg
Die Lösung: Radfahrer haben Nachrang. Das sei keine politische Entscheidung, sondern eine der Behörde, heißt es bei Schwentner. Außerdem sei die jetzige Regelung nicht neu, weil Radfahrer immer Nachrang haben, wenn ein Radweg endet. Das wurde nun durch neue Verkehrsschilder und die Markierung verdeutlicht. Und: Das Schild „Radweg Ende“ stehe nicht „mitten am Radweg“, sondern am – durch eine Randlinie abgetrennten – Gehsteig.