Um 9 Uhr war der Treffpunkt bei der Wiener Staatsoper. Mehrere Männer gingen mit gebücktem Rücken langsam entlang der Einkaufsmeile zur Wiener Staatsoper, während andere Plakate mit der Aufschrift „Nie wieder Femizid“ hielten. Ein Femizid ist die Ermordung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts. Im Durchschnitt kommt es laut StoP alle zwei Wochen zu einem Femizid in Österreich. Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser berichtet auf seiner Website über die Fälle. Demnach wurden in diesem Jahr (Stand: 14.7.2026) 15 Frauen aufgrund ihres Geschlechts ermordet, hinzu kommen 45 Fälle schwerer Gewalt.

„Immer wenn wir nichts tun, unterstützen wir auch automatisch dieses System, von dem wir als Männer profitieren“, sagte der für die Kunstperformance verantwortliche Theatermacher Stefan Ebner. Aus Sicht der StoP-Vorsitzenden Maria Rösslhumer braucht es gegen Gewalt an Frauen „Männer, die ein Zeichen setzen“. „(…) Es geht nicht darum, jeden Mann zum Täter zu erklären. Es geht darum, dass jeder Mann, der schweigt, wegschaut, sexistische Sprüche, Witze über Frauen macht, Mittäter und Teil des Problems ist. Verantwortung ist keine Option, sie ist Pflicht“, heißt es in einer Aussendung des Vereins.