Montech hat sich in den vergangenen Jahren vom Underdog zu einer festen Größe im preisbewussten Gehäusemarkt entwickelt. Mit dem TEN feiert der Hersteller nun sein zehnjähriges Bestehen und wagt sich dabei an ein ungewöhnliches Konzept: Statt eines starren Layouts bietet das kompakte Micro-ATX-Gehäuse gleich drei unterschiedliche Aufbauvarianten, mit denen sich Nutzer je nach Kühlpräferenz (Luft, Wasser oder besonders kompakter Aufbau) ihre eigene Konfiguration zusammenstellen können. Ob dieses Mehr an Optionen in der Praxis auch einen echten Mehrwert bringt oder eher zu unnötiger Komplexität führt, und wie sich das Montech TEN bei Verarbeitung, Kühlung und Preis-Leistung schlägt, klären wir im Detail in diesem Test.

Mit dem Heritage hatte Montech 2025 bewiesen, dass auch ungewöhnliche Designideen funktionieren können: Das Gehäuse mit Kunstleder-Front und Trageriemen zitierte mit dem Retro-Design den Glanz der 1960er-Jahre und sorgte vor allem optisch für Aufsehen, auch wenn der Formfaktor auf Micro-ATX begrenzt blieb und sich der Reiz des Designs naturgemäß nicht an jeden Geschmack richtete. Modelle wie das Air 1000 oder das King 95 Pro haben gezeigt, dass gute Verarbeitung und durchdachtes Airflow-Konzept nicht zwangsläufig einen Aufpreis bedeuten müssen. Mit dem TEN stößt Montech in ein Segment vor, das zuletzt von Herstellern wie Jonsbo, NZXT oder Fractal Design mit ähnlich kompakten SFF- und Micro-ATX-Lösungen belebt wurde, hebt sich durch seine modulare Flexibilität aber deutlich von der Konkurrenz ab. 

Das TEN wird standardmäßig in der für Luftkühler ausgelegten Konfiguration geliefert und bringt einen vorinstallierten 92-mm-Lüfter an der Rückseite mit. Sämtliche Außenflächen, von den Seiten über den Deckel bis zum Boden, bestehen aus Mesh-Paneelen, die werkzeuglos entnommen werden können. Radiatoren bis zu 360 mm können abhängig von der Konfiguration unter dem Deckel oder seitlich montiert werden. Montech hat das TEN bewusst offen und anpassbar konzipiert und liefert eine ausführliche Beschreibung aller Konfigurationen mit, zusätzlich stehen leicht verständliche Videos auf der Webseite zur Verfügung.

Aktuell ist das Montech TEN für rund 70 Euro erhältlich, zur Auswahl stehen sowohl eine schwarze als auch eine weiße Variante.

Geliefert wird es im typischen Karton mit dem Aufdruck des Gehäuses und verschiedenen Details. Auf der Rückseite sieht man eine Art Explosionszeichnung der Gehäuseteile, um die Modularität des TEN zu unterstreichen. Das TEN bietet insgesamt drei Layout-Optionen, in der Standardkonfiguration „M1“ funktioniert das Montech TEN wie ein übliches Micro-ATX-Gehäuse und ist hauptsächlich für Rechner mit Luftkühler gedacht. Die „M2“ Konfiguration soll vor allem für Wasserkühlungen ideal sein, hier wird die Front des Gehäuses abgeschraubt und dann das Gehäuse invertiert wieder montiert. Damit an der Oberseite ein entsprechender Radiator eingebaut werden kann, muss die Grafikkarte vertikal eingebaut werden, ein entsprechendes Riser-Kabel liegt leider nicht bei. Als dritte Option steht noch die „I3“ Konfiguration zur Verfügung, bei der das Mainboard-Tray weiter mittig montiert wird und die Grafikkarte somit auf die Rückseite des Mainboards wandert. Auch hier ist ein Riser-Kabel zwingend notwendig. Da in dieser Konfiguration die CPU-Kühler nur noch 55 mm hoch werden dürfen, ist der Einsatz einer Wasserkühlung fast unausweichlich. 

Das Zubehör kommt in einem Karton, der im Inneren des Gehäuses mit einem Kabelbinder fixiert ist. Darin befinden sich gut verstaut ein Montagerahmen für ATX-Netzteile, eine Stütze für Grafikkarten, zwei Abdeckungen für die Slotblenden, zwei Spacer für die versetzte Radiatormontage, unterschiedliche Schrauben und Standoffs sowie fünf Kabelbinder. Außerdem gibt es wegen des 10-Jahre Jubiläums noch einige Klettbänder mit dem Montech-Schriftzug und eine Dankeskarte mit Unterschrift des CEOs.  

Bevor wir mit dem eigentlichen Test beginnen, hier die Eckdaten des Gehäuses in tabellarischer Form:

Eckdaten: 
Bezeichnung: Name
Material: Stahl, Kunststoff Maße:196.5 x 327.65 x 456 mm (B x H x T) Formfaktor: Micro-ATX, Mini-ITX Laufwerke: 2x 3,5/2,5 Zoll (intern) Lüfter: 3x 120 mm/2x 140 mm (Deckel, Boden, Seite), 1x 92 mm (Rückwand, vorinstalliert) Radiatoren (maximal laut Hersteller):Deckel, Boden: 360 mm (vertikaler GPU Einbau), Seite: 360 mm (horizontaler GPU Einbau) CPU-Kühlerhöhe (maximal laut Hersteller): 15,6 cm Grafikkartenlänge (maximal laut Hersteller): 42,5 cm (M1 Modus, horizontal), 41 cm (M2/I3 Modus) Gewicht: etwa 5,5 kg Preis: etwa 70 Euro