2026 wird ein großer Festivalsommer für dich. Was vermisst du nach einer längeren Studiozeit am meisten an der Bühne? Der Unterschied ist schon extrem. Im Studio hat man kein direktes Feedback. Man zweifelt viel und muss stark auf die eigene Intuition hören. Wenn man dann rausgeht und Leute die Songs mitsingen, merkt man: Okay, es war vielleicht doch nicht so falsch, was ich gemacht habe. Im Studio entsteht die Musik – aber wirklich lebendig wird sie erst auf der Bühne.

Was passiert in den letzten 30 Sekunden, bevor du auf die Bühne gehst?
Ich bin meistens komplett in meinem Tunnel und kaum ansprechbar. Ich setze mir vorher Kopfhörer auf, schreibe meinen Liebsten noch kurz eine Nachricht und spreche ein kleines Stoßgebet. Dann frage ich mein Tourmanagement immer noch einmal, in welcher Stadt wir sind – das ist nämlich der größte Fauxpas, wenn man auf die Bühne geht und die falsche Stadt begrüßt.

Am Weltfrauentag trittst du beim Event „Starke Stimmen – Starke Frauen“ im Globe in Wien auf. Was bedeutet dir dieser Rahmen persönlich?
Sichtbarkeit ist unglaublich wichtig. Natürlich kann man sich darüber den Kopf zerbrechen, warum wir noch nicht angekommen sind, wo wir sein sollten. Aber Veränderung passiert nur, wenn man sich zeigt und ein Zeichen setzt. Ich bin Feministin aus tiefstem Herzen. Gleichzeitig engagiere ich mich auch viel für Kinderprojekte, zum Beispiel mit Konzerten in Kinderkliniken. Diese beiden Themen – Feminismus und Kinder unterstützen – sind für mich die gesellschaftlichen Bereiche, in denen ich mit meiner Musik etwas bewegen möchte.