Die Studie wurde von Dr. Idit Lachover-Roth, Direktorin der Abteilung für Klinische Allergologie und Immunologie am Rambam Medical Center (Haifa, Israel), unter Beteiligung des Meir Medical Center und des Schneider Children’s Hospital durchgeführt. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der internationalen Fachzeitschrift Acta Paediatrica veröffentlicht.
An der Studie nahmen 293 Kinder im Alter von 1 bis 18 Jahren teil, darunter 192 mit bestätigter Nahrungsmittelallergie und 101 in der Kontrollgruppe. Die Forscher führten 465 Tests durch, indem sie häufige allergene Lebensmittel wie Milch, Erdnüsse, Eier, Sesamsamen und andere Nüsse 15 Minuten lang direkt auf die Unterarme der Kinder auftrugen, um die Reaktionen zu beobachten. Die Ergebnisse zeigten, dass 83,7 % der Expositionen keine Reaktion auslösten, selbst nicht an der Kontaktstelle. In etwa 15 % der Fälle traten lediglich leichte, lokale Reaktionen wie Rötungen oder leichte Schwellungen auf. Nur drei Kinder zeigten großflächigere Reaktionen an den Armen, die sich jedoch alle nach der Behandlung mit Antihistaminika vollständig erholten. Bemerkenswerterweise traten nach dem Hautkontakt mit den allergenen Lebensmitteln keine Fälle von anaphylaktischem Schock oder systemischen allergischen Reaktionen auf.
Laut Dr. Lachover-Roth handelt es sich hierbei um die größte jemals durchgeführte prospektive Multicenter-Studie zur Bewertung des Risikos allergischer Reaktionen bei direktem Hautkontakt mit Lebensmitteln. Die Ergebnisse zeigen, dass das Risiko einer schweren Reaktion nahezu null ist, wenn das allergene Lebensmittel ausschließlich mit gesunder Haut in Berührung kommt.
Frau Lachover-Roth betonte, dass viele Familien in ständiger Angst leben, weil sie glauben, dass selbst der Kontakt eines Kindes mit einem allergenen Lebensmittel einen anaphylaktischen Schock auslösen kann. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass diese Angst weitgehend unbegründet ist. Berührt ein Kind versehentlich ein allergenes Lebensmittel mit normaler Haut, genügt es, es einfach mit Wasser abzuwaschen.
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Die Studie stellte außerdem fest, dass jüngere Kinder tendenziell mildere Hautreaktionen zeigten als ältere Kinder, während Kinder mit Milchallergien häufiger lokale Reaktionen aufwiesen als andere Gruppen. In keinem dieser Fälle entwickelte sich jedoch ein anaphylaktischer Schock.
Die Autoren weisen darauf hin, dass die Studie lediglich Situationen untersuchte, in denen Nahrungsmittel mit unversehrter Haut in Kontakt kamen, nicht aber Fälle von Hautverletzungen oder dem Eindringen von Nahrungsmitteln in den Mund. Daher bleibt die aktuelle medizinische Empfehlung unverändert: Kinder mit Nahrungsmittelallergien sollten weiterhin allergene Lebensmittel meiden, einen Adrenalin-Autoinjektor (EpiPen) bei sich tragen, sofern dieser verschrieben wurde, und Vorsichtsmaßnahmen treffen, um ein versehentliches Verschlucken solcher Lebensmittel zu verhindern.
Laut dem Forschungsteam beeinträchtigt übermäßige Angst vor dem versehentlichen Kontakt mit allergenen Lebensmitteln die Lebensqualität vieler Familien erheblich. Viele Eltern schränken die Teilnahme ihrer Kinder an Geburtstagsfeiern und außerschulischen Aktivitäten ein oder bringen allergene Lebensmittel gar nicht erst ins Haus. Die Forschungsergebnisse sollen Familien und Schulen dabei helfen, präventive Maßnahmen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und nicht auf Basis übertriebener Angst zu entwickeln.
Dr. Lachover-Roth argumentierte zudem, dass viele Schulvorschriften derzeit im Vergleich zu den tatsächlichen Risiken zu streng seien. Laut ihrer Aussage ereignen sich die meisten Fälle von anaphylaktischem Schock in Israel zu Hause oder in Restaurants, während sie in Kindergärten und Schulen sehr selten vorkommen.
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Laut Forschern liegt die Rate von Lebensmittelallergien bei Kindern in westlichen Ländern derzeit zwischen 5 und 10 %, während sie in Israel nur etwa 2 bis 3 % beträgt. Ein Grund dafür ist vermutlich, dass israelische Kinder schon sehr früh mit Erdnussprodukten in Kontakt kommen, was das Risiko, später im Leben Allergien zu entwickeln, verringert.
Quelle: https://baotintuc.vn/khoa-hoc-doi-song/nghien-cuu-moi-giup-giam-noi-lo-ve-di-ung-thuc-pham-o-tre-em-20260808161421244.htm