Mit Eiskunstläufern auf Rollschuhen und quicker Dancefloor-Performance feiert das La Strada-Festival ein quietschvergnügtes Finale.

Es brummt im Park, wenn der Live-Cellist die Saiten schwingen lässt und dann vier kanadische EiskunstläuferInnen des 2005 von Alexandre Hamel in Montreal gegründeten Ensembles Le Patin Libre im Sommer beim „Contemporary Ice Skating“ die Kufen gegen Rollen tauschen. Moderner Ausdruckstanz auf Rädern verschmilzt in „Wheels & cello“ mit berauschender Musik zur „Quality Art in the Park“. Poetische Bilder in synchroner Formation wechseln mit famosen Soli und sorgen bei kunstvollen Pirouetten für Begeisterung im Grazer Augarten. Klangvolles Inline-Skaten im Grünen hebt die Stimmung, die kurz darauf beim finalen Streich von La Strada am Hauptplatz pulsierende Hochform annimmt.

Schelmische Feen („Ouinchs“) mit bunten Hüten, Sonnenbrillen und schwarzen Tüllgewändern quetschen sich wie durch die Löcher im Schweizer Käse durch die engen Publikumslücken vor dem Rathaus und heben zum „Happy Hype“ an. Mit geballter Kondition reißt das Tanz-Oktett vom 2018 gegründeten Collectif Ouinch Ouinch die Menschenmenge mit. Ohne Rast werden Räder geschlagen, fesseln Handstand und Spagat, wechseln Kampf- mit Show-Posen und Utopischem, amüsieren Straßenbahnszenen und pantomimisches Leineziehen. Und zwischendurch werden auch mal die Hosen runtergelassen beim ausgelassen fröhlichen Treiben mit der schweizerisch-marokkanischen Künstlerin Manaa am DJ-Pult.

Cellist bei der Performance im Augarten © Harry Schiffer PhotodesignCellist bei der Performance im AugartenDie Compagnie Le Patin Libre © Harry Schiffer PhotodesignDie Compagnie Le Patin Libre

Um eine neue, diverse und lebendige Clubkultur sowie Gleichberechtigung in der Musikszene geht es im queeren, von der Aktivistin Mulah entwickelten Programm. Bei Afro- und Hip-Hop-Beats sucht das Kollektiv immer wieder den Kontakt zum jubelnden Publikum, bis hin zum finalen gemeinsamen Tanz. Der könne, wie das Kollektiv aus der Schweiz zum Schluss verkündet, „die Verbindung herstellen, die wir manchmal im Alltagsleben vermissen“. Dabei gehe es auch um „Kraft für den gemeinsamen Widerstand gegen rechtsextreme Regulierungen“. Hoffnung verkündet ihre Unterstützung für die Opfer der Berliner Pride: „Unsere Liebe ist viel stärker als ihr Hass.“ Heute noch um 21 Uhr zu erleben!