
Auf Sony wächst der rechtliche Druck. In inzwischen fünf Ländern laufen Verfahren beziehungsweise Klagen, bei denen das Geschäftsmodell rund um den PlayStation Store im Mittelpunkt steht. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob Sony beim digitalen Verkauf von PlayStation-Spielen eine zu starke Kontrolle über Preise und Vertrieb ausübt.
Wie unter anderem Kotaku berichtet, werden entsprechende Vorwürfe derzeit in den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Portugal und Mexiko verfolgt.
Warum der PlayStation Store kritisiert wird
Ein zentraler Punkt der Auseinandersetzungen liegt mehrere Jahre zurück. Sony stellte 2019 den Verkauf digitaler Download-Codes für vollständige PlayStation-Spiele über externe Händler weitgehend ein. Wer heute ein digitales Spiel für PlayStation kaufen möchte, ist dadurch in vielen Fällen auf den PlayStation Store angewiesen.
Genau darin sehen die Kläger ein Problem. Während physische Spiele bei zahlreichen Händlern erhältlich sind und Händler ihre Preise selbst gestalten können, gibt es bei digitalen Vollversionen deutlich weniger Wettbewerb.
Die Vorwürfe gehen daher in die Richtung, dass Sony durch diese Struktur einen besonders großen Einfluss auf Preisgestaltung, Rabatte und Verkaufsbedingungen digitaler PlayStation-Spiele besitzt.
Ob diese Marktposition tatsächlich gegen Wettbewerbsrecht verstößt, ist damit allerdings noch nicht entschieden. Eine starke Stellung am Markt allein stellt nicht automatisch einen Rechtsverstoß dar. Entscheidend ist unter anderem, ob diese Position zum Nachteil des Wettbewerbs oder der Verbraucher missbraucht wird.
Der Trend weg von der Disc verschärft die Diskussion
Besonders interessant wird die Angelegenheit vor dem Hintergrund des allgemeinen Trends hin zu digitalen Spielen. Je stärker physische Datenträger an Bedeutung verlieren, desto wichtiger wird die Frage, welche Alternativen Spieler beim Kauf digitaler Inhalte überhaupt besitzen.
Eine vollständig digitale PlayStation-Zukunft könnte das Problem aus Sicht der Kritiker noch verstärken: Gibt es keine Disc-Version und gleichzeitig keine Möglichkeit, Download-Versionen bei konkurrierenden Händlern zu erwerben, würde der PlayStation Store praktisch zum zentralen Verkaufsort für entsprechende Spiele.
Gerade deshalb dürften die laufenden Verfahren auch über die aktuellen Klagen hinaus interessant sein. Sie könnten langfristig Einfluss darauf haben, wie Sony digitale Spiele vertreibt und ob möglicherweise wieder stärker alternative Verkaufsmöglichkeiten zugelassen werden müssen.
Noch ist nichts entschieden
Trotz der zahlreichen Verfahren sollte man die Situation nicht vorschnell als Niederlage für Sony interpretieren. Die Kläger müssen zunächst nachweisen, dass Sonys Geschäftsmodell tatsächlich gegen die jeweiligen Wettbewerbsregeln verstößt.
Damit könnte sich die juristische Auseinandersetzung noch längere Zeit hinziehen. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung aber, dass die zunehmende Abhängigkeit von geschlossenen digitalen Stores immer stärker in den Fokus von Wettbewerbshütern und Verbrauchern rückt.
Für Spieler könnte das Thema deshalb langfristig durchaus relevant werden – insbesondere dann, wenn der Anteil physischer Spiele in den kommenden Jahren weiter zurückgeht.
COMMUNITY-FRAGE
Wie seht ihr die Entwicklung? Ist es problematisch, dass digitale PlayStation-Spiele praktisch an den PlayStation Store gebunden sind, oder spielt es für euch keine Rolle, solange physische Spiele weiterhin erhältlich sind?
Wir sind gespannt auf eure Meinung!
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