Der TSV Hartberg muss weiter auf seinen ersten Punkt in der noch jungen Saison warten. Die Oststeirer unterlagen dem Grazer Titelaspiranten mit 0:2.
Es brauchte ein wenig, bis das Steirer-Duell Fahrt aufnahm. Bei sommerlichen Temperaturen wurde in Hartberg lange Zeit ein zur Jahreszeit passender Fußball geboten. Doch letztlich konnte sich Sturm in Überzahl doch noch durchsetzen und feierte einen 2:0-Sieg.
Beide Trainer änderten die Anfangsformation im Vergleich zu den jeweils letzten Auftritten ihres Teams an zwei Positionen. Markus Schopp vertraute im Vergleich zu Hartbergs Gastspiel in Salzburg anstelle von Florian Gerstl und Matthias Postl Lukas Spendlhofer beziehungsweise Neuzugang Angelo Gattermayer. Sein Gegenüber Fabio Ingolitsch rotierte nach dem Europacup-Auftritt bei Fenerbahce nur sparsam. Emran Soglo und Simon Seidl bekamen eine Pause. An ihrer Stelle feierte Luis Balbo sein Startelf-Debüt im Trikot der Grazer und begann Gizo Mamageishvili im Mittelfeld. Jürgen Heil gönnte der Sturm-Trainer, seine Rückkehr an alte Wirkungsstätte auf dem Platz zu zelebrieren.
5085 Zuschauer im ausverkauften Hartberger Stadion bekamen eine ereignisarme erste Halbzeit geboten. Beide Abwehrreihen erwiesen sich als sehr kompakt, während den jeweiligen Offensivabteilungen nur wenig einfiel. Anfangs hatten die Gäste mehr vom Spiel, ehe Hartberg ein wenig mehr aufkam. Chancen? Mangelware. Die beste Möglichkeit vergab Jacob Hödl (36.) nach schöner Kombination mit Seedy Jatta, doch der Jungstar scheiterte an Tormann Armin Pecsi. Auf der Gegenseite kullerte der Ball sogar ein Mal über die Torlinie, doch die Hausherren jubelten verfrüht. Der Treffer von Gattermayer (39.) wurde wegen Abseits zurückgepfiffen.
Beide Coaches verzichteten zur Pause auf Wechsel und sahen nach Wiederanpfiff ein ähnliches Spielgesehen wie in den ersten 45 Minuten. Nach einem Foul an Heil kam Sturm immerhin zu einem Freistoß in aussichtsreicher Position, doch Albert Vallci (56.) setzte den Ball über das Tor. In Minute 59 lernten auch die Grazer das Gefühl eines zurückgepfiffenen Tors kennen. Szymon Wlodarczyk verwertete, nachdem Jatta an Pecsi gescheitert war. Doch der Norweger war im Abseits gestanden.
In Minute 60 dann der erste echte Paukenschlag. Konstantin Schopp sah nach Foul an Hödl seine zweite Gelbe Karte an diesem Abend und musste vom Feld. Ingolitsch brachte mit Soglo, Seidl und Nelson Weiper umgehend frische Kräfte. Bei Hartberg kam Jed Drew für Gattermayer.
Die Grazer Joker brachen in Überzahl auch den Bann. Nach einer idealen Seidl-Flanke nach Doppelpass mit Soglo stand Weiper (69.) goldrichtig und verwertete per Kopf zur schwarz-weißen Führung. Soglo (73.) wiederum vergab mit einem Schuss auf das kurze Eck die nächste gute Gelegenheit, doch Pecsi blieb in diesem Duell der Sieger.
Beim 2:0 in Minute 81 machten abermals die Wechselspieler den Unterschied. Nach einer Co-Produktion von Soglo und Seidl bei einem Eckball verwertete erneut Weiper die Hereingabe. Ein Hattrick war der Mainz-Leihgabe nicht mehr vergönnt. Der Stürmer hatte bereits den Ball in der Hand, nachdem Referee Julian Weinberder nach einem vermeintlichen Foul an Luca Weinhandl entschied, selbigen nach Video-Studium jedoch zurücknahm.