37. Brienzersee Rockfestival | 9. August 2026

Nach drei Tagen voller Rockmusik ging gestern Samstag das drittälteste Rockfestival der Schweiz zu Ende. Am letzten, besucherstärksten Tag standen Florian Ast, Volxrox und die Fäaschtbänkler auf der Bühne. Trotz der schwierigen Voraussetzungen und der ständigen Abwägungen plant das OK die nächste Ausgabe.

Nach dem Gurtenfestival und dem Open Air Gampel ist das Brienzersee Rockfestival das drittälteste Festival der Schweiz. Alle anderen hätten in der Zwischenzeit Konkurs angemeldet oder sich umstrukturiert, weiss Markus «Zimmp» Zimmermann. Der Vize-Präsident ist Mann der ersten Stunde und war schon bei der ersten Ausgabe dabei. «Dieser Fakt geht oft vergessen», meint Zimmermann.

Er und OK-Präsident Fredi Bieri freuen sich darüber, die 37. Ausgabe des Brienzersee Rockfestivals ohne Zwischenfälle und mit einem einmaligen Line Up über die Bühne gebracht zu haben.

Volxrox sorgten für Stimmung und das Publikum tanzte und sang begeistert mit.

Volxrox sorgten für Stimmung und das Publikum tanzte und sang begeistert mit.Fotos: Yannick Mühlemann

Er erzählt der Plattform J über die 37. Ausgabe: OK-Präsi Fredi Bieri.

Er erzählt der Plattform J über die 37. Ausgabe: OK-Präsi Fredi Bieri.Fotos: zvg

Er kennt das Festival bestens: OK-Vize Markus «Zimmp» Zimmermann.

Er kennt das Festival bestens: OK-Vize Markus «Zimmp» Zimmermann.

Viel Arbeit und Veränderung

Nach dem Ende des Festivals geht die Arbeit für die nächste Ausgabe direkt los. Denn es fliesst eine Menge Vorbereitung in das Festival. «Rund 11’000 Stunden freiwillige Arbeit haben wir einmal ausgerechnet», sagt OK-Präsident Fredi Bieri. «Der Reiz an dieser Arbeit ist, dass es dieses Festival schon so lange gibt.»

Florian Ast begeisterte mit alten und neuen Hits. Sowohl rockig als auch romantisch überzeugte er.

Florian Ast begeisterte mit alten und neuen Hits. Sowohl rockig als auch romantisch überzeugte er.

Für ihn sei es schön, diese Arbeit weiterführen zu können. «Es ist auch jedes Jahr wieder ein Reiz, in die zufriedenen Gesichter der Gäste zu blicken», sagt er weiter. «Wenn alles läuft, die Leute kommen und sie Freude haben, ist das sicher der grösste Lohn.»

Grundsätzlich ist der Platz derselbe, das Herzblut der Helfer ist dasselbe und der Enthusiasmus ist derselbe

Markus ‚Zimmp‘ Zimmermann Vizepräsident Verein Brienzersee Rockfestival

Vizepräsident Zimmp, der das Festival noch aus seinen Anfangsjahren kennt, weiss auch, wie es sich in dieser Zeit verändert hat. «Neben unserem Festival sind auch unsere Besucher älter geworden», beginnt er. «Auch der Aufwand ist grösser geworden. Auch weil die Vorschriften und Anforderungen des Gesetzes aufwändiger wurden.» Vieles habe sich aber auch nicht bewegt. «Grundsätzlich ist der Platz derselbe, das Herzblut der Helfer ist dasselbe und der Enthusiasmus ist derselbe», sagt OK-Vize Zimmp.

Volxrox-Sänger Simu Lüthi konnte das Publikum mit seiner Energie begeistern.

Volxrox-Sänger Simu Lüthi konnte das Publikum mit seiner Energie begeistern.

Herausforderungen und Volksrocker

Mit rund 2000 Besuchern war der Samstag der stärkste Tag. Auch am Brienzersee spürt man den Besucherschwund, den Festivals beklagen. Das hat auch das OK zu verschiedenen Massnahmen bewogen. «Wir müssen vor zu eruieren, was funktioniert», sagt Fredi Bieri. «Wir haben etwa die Festwirtschaft neu organisiert und das Sortiment reduziert, um auch mit weniger Helfern auszukommen.» Auch dass einer der drei Konzerttage neu am Donnerstag ist, sei eine Massnahme. Wie sich diese auf den Betrieb der nächsten Ausgaben auswirken werden, analysiere man nach dem Festival.

Florian Asts ruhigere Lieder luden zum Schunkeln und Umarmen ein.

Florian Asts ruhigere Lieder luden zum Schunkeln und Umarmen ein.

Der Samstag war denn auch weniger von Hardrock als von Volksrock geprägt. Neben der Emmentaler Band Volxrox traten Florian Ast und die St. Galler Fäaschtbänkler auf. Bei Florian Ast, der schon öfter hier aufspielte, kamen Erinnerungen auf. «Es ist, als wäre es gestern gewesen. Es ist alles immer noch ähnlich aufgebaut», sagt er kurz vor seinem Auftritt. «Es ist ein Heimkehr-Festival.»

Auch für Simu Lühti, Sänger und Örgeli-Spieler bei Volxrox, ist es eine Ehre, am Brienzersee Rockfestival spielen zu können. «Es ist ein langersehnter und endlich erfüllter Traum», sagt er. «Mit UP war ich schon Ewigkeiten im Austausch. Entweder haben wir nicht ins Line Up gepasst oder wir waren unterwegs auf Tour.» Für diese Ausgabe war erstmals Marco Fischer für das Booking zuständig.

Das Publikum ging nach dem letzten Abend des Brienzersee Rockfestivals zufrieden nach Hause.

Das Publikum ging nach dem letzten Abend des Brienzersee Rockfestivals zufrieden nach Hause.

Dass es nun in einem Line Up mit Florian Ast und den Fäaschtbänklern klappe, sei noch ein Bonus. «Florian Ast beeinflusst mich schon seit Ewigkeiten. Ich glaube, meine erste Kassette war von Florian Ast. Es ist cool, mit ihm die Bühne teilen zu können», erklärt er. «Und mit den Fäaschtbänklern sowieso. Da weiss man, dass sie abreissen und wir begegnen uns unterwegs auch manchmal.»

Die Begeisterung, die Volxrox auf die Bühne brachte, färbte auf das Publikum ab.

Die Begeisterung, die Volxrox auf die Bühne brachte, färbte auf das Publikum ab.

So sehen es auch Andreas Frei und Marco Graber von den Fäaschtbänklern. «Wir durften auch schon miteinander spielen», sagt Frei über Volxrox. «Aber das heute mit Florian Ast ist das erste Mal.» Auch auf ihre Karriere habe er einen Einfluss gehabt.