Raul Fernandez (Trackhouse-Aprilia) dominierte den Grand Prix von Großbritannien in Silverstone und feierte einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Die Aprilia-Werksfahrer Jorge Martin und Marco Bezzecchi belegten die Plätze zwei und drei.

Für das Rennen über 20 Runden wählten alle Fahrer den harten Vorderreifen und am Hinterrad die Medium-Mischung. 43.000 Fans hatten sich am Sonntag bei optimalen Wetterbedingungen von rund 27 Grad Celsius auf den Tribünen versammelt.

Raul Fernandez hatte einen perfekten Start und überholte in der ersten Kurve Martin. Der Sprintsieger hatte keine optimalen ersten Kurven, denn er fiel auf Platz vier zurück, konnte in der ersten Runde aber wieder Marc Marquez (Ducati) überholen.

Martin verlor die Position in der ersten Kurve, weil sich das hintere Ride-Height-System nicht deaktiviert hatte. Dasselbe Problem hatte auch Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia).

In der ersten Runde kam es in Kurve 7 zu einem Unfall, bei dem Joan Mir (Honda) und Alex Rins (Yamaha) stürzten. Nach der ersten Runde hatte Raul Fernandez schon 1,2 Sekunden Vorsprung auf Bezzecchi.

Martin war vor Marc Marquez Dritter. Ogura folgte als Fünfter. Der Japaner kam nicht auf Tempo und wurde in der zweiten Runde von Pedro Acosta (KTM) und Alex Marquez (Gresini-Ducati) überholt.

Raul Fernandez war im ersten Rennviertel der schnellste Fahrer. Nach fünf Runden betrug sein Vorsprung schon drei Sekunden. In der Verfolgergruppe war Alex Marquez auf dem Vormarsch.

Zunächst überholte er Acosta und anschließend seinen Bruder Marc Marquez. Nach sechs Runden war Alex Marquez Vierter und damit erster Aprilia-Verfolger. An der Spitze vergrößerte Raul Fernandez seinen Vorsprung auf über vier Sekunden.

Viele Duelle in der Verfolgergruppe

In der neunten Runde überholte Martin seinen Teamkollegen Bezzecchi in The Loop und war neuer Zweiter. In der gleichen Runde verlor Bezzecchi auch Platz drei an Alex Marquez, der sich in Stowe vorbeibremste.

Gleichzeitig stürzte Ogura in der Vale-Schikane. Als sich der Staub gelegt hatte, war Alex Marquez plötzlich nur noch Sechster. Er war wieder hinter Bezzecchi, Acosta und Marc Marquez zurückgefallen.

Die Wiederholung zeigte, dass der Gresini-Fahrer durch einen Rutscher in Kurve 1 kurz neben der Strecke war und deshalb die Positionen verloren hatte. Aber Alex Marquez konnte seinen Bruder rasch wieder überholen.

In der zwölften Runde konnte er in Stowe auch wieder Acosta überholen und war wieder Vierter. Nach 15 von 20 Runden führte Raul Fernandez weiterhin mit vier Sekunden Vorsprung vor Martin.

Raul Fernandez kontrolliert perfekt

Aber im letzten Rennviertel fuhr Raul Fernandez 1:59er-Rundenzeiten, während Martin noch hohe 1:58er-Zeiten fahren konnte. Zu Beginn der vorletzten Runde hatte Raul Fernandez nur noch 2,9 Sekunden Vorsprung.

Für die letzte Runde hatte der Trackhouse-Fahrer noch zweieinhalb Sekunden Vorsprung. Raul Fernandez siegte souverän vor Martin. Nach Australien im Herbst 2025 war es sein zweiter MotoGP-Sieg.

„Ich bin sehr glücklich“, sagt der Spanier. „Ich weiß gerade selbst nicht so genau, was ich fühle. Ich bin sehr glücklich, vor allem weil Justin [Marks] hier ist. Jetzt kann Justin diesen Moment gemeinsam mit uns genießen.“

„Deshalb bin ich sehr glücklich. Ich denke, gemeinsam haben wir ein wirklich gutes Wochenende abgeliefert. Es stimmt, dass ich gestern nach meinem Fehler ziemlich frustriert war. Aber so ist der Sport.“

Martin vergrößert WM-Vorsprung

Mit Platz zwei vergrößerte Martin seinen WM-Vorsprung auf 31 Punkte (zur WM-Wertung). „Ich bin sehr glücklich für das Team und für mich selbst“, sagt der Aprilia-Werksfahrer. „Das gibt uns definitiv einen großen Schub Selbstvertrauen für den weiteren Saisonverlauf.“

„Ich habe beim Start einen kleinen Fehler gemacht. Ich hatte das Device noch aktiviert, deshalb haben mich alle Fahrer überholt. Ich konnte mich aber wieder zurückkämpfen. Ich denke, dort habe ich den Sieg verloren.“

„Trotzdem habe ich am Ende mein Tempo gefunden und gehofft, dass Raul etwas langsamer wird. Aber er war beeindruckend schnell. Und jetzt heißt es: weiter so, weiter nach vorne. Wir sind wirklich, wirklich glücklich.“

Die weiteren Platzierungen

Spannend war in der Schlussphase das Duell um den dritten Platz. Alex Marquez machte Druck auf Bezzecchi, fand aber keinen Weg vorbei. Damit wurde Bezzecchi wie bereits im Sprint Dritter.

Alex Marquez war wie bereits im Sprint als Vierter der beste Ducati-Fahrer. Acosta eroberte für KTM den fünften Platz. Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) folgte als Sechster (zum Ergebnis).

Marc Marquez kam als Siebter ins Ziel. Drei Runden vor Rennende wurde er von „Diggia“ überholt. Die Top 10 komplettierten Brad Binder (KTM), Luca Marini (Honda) und Diogo Moreira (LCR-Honda).

Franco Morbidelli (VR46-Ducati) wurde Elfter, gefolgt von den beiden Yamaha-Fahrern Fabio Quartararo und Jack Miller (Pramac). Pol Espargaro (Tech3-KTM) und Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) vervollständigten die WM-Punkteränge.

Als 16. und Letzter sah Wildcard-Starter Augusto Fernandez (Yamaha) die Zielflagge. Insgesamt schieden sieben Fahrer nach Stürzen aus. Enea Bastianini (Tech3-KTM) stürzte am Ende der fünften Runde in der Vale-Kurve.

Iker Lecuona (Gresini-Ducati) stürzte kurz darauf in der Maggotts-Becketts-Passage. Auch für Lokalmatador Cal Crutchlow (LCR-Honda) endete das Rennen im Kiesbett. Er stürzte in Kurve 7. In der achten Runde stürzte Francesco Bagnaia (Ducati) ebenfalls in dieser Kurve.

b#Update 18:45 Uhr: Fabio Quartartaro erhielt 16 Strafsekunden, weil sein Reifendrucksensor nicht korrekt funktioniert hat. Deshalb fiel er vom zwölften auf den 16. Platz zurück.

Der nächste Grand Prix findet vom 28. bis 30. August im MotorLand Aragon in Spanien statt (zum Kalender).

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