Hoppegarten – Auf der stolzgeschwellten Brust prangt „Wacken 26“. Puhdy-Legende Dieter Birr hat mit 82 Jahren das berühmte Heavy-Metal-Festival in Schleswig-Holstein erobert. „Das hätte ich so nie erwartet. Ich hatte Sorge, dass meine Musik bei den Metal-Fans nicht ankommt“, verrät der Sänger beim B.Z.-Gespräch.

Am 1. August war Dieter „Maschine“ Birr vor fast 10.000 Wacken-Fans aufgetreten und wurde frenetisch gefeiert. „Ich hatte die beiden Wacken-Gründer vor einem Jahr kennengelernt und sie fragten mich, ob ich Lust hätte zu kommen“, berichtet der frühere Frontmann der Puhdys.

Vor dieser überwältigenden Menge spielte Dieter Birr (v.) mit seinem Streicher-Quintett in Wacken

Vor dieser überwältigenden Menge spielte Dieter Birr (v.) mit seinem Streicher-Quintett in Wacken

Foto: Maschine/Facebook

Also reiste Dieter Birr mit Musikern, Sohn Andy (57) und Ehefrau Sylvia (66) an. Am Tag seines Wacken-Auftritts feierte das Paar 47. Hochzeitstag – ein gutes Omen. „Zuerst standen nur zwei Reihen Fans vor der Bühne. Da war ich natürlich angespannt. Sonst sind in meinen Konzerten die Puhdys-Fans, die mir auch mal einen kleinen technischen Fehler verzeihen. Doch in Wacken waren die Leute ja nicht meinetwegen, sondern wegen Judas Priest oder Def Leppard und den anderen Metal-Bands gekommen“, weiß er.

Birr: „Manche haben geweint und wir waren auch sehr gerührt“

Doch nach den ersten Tönen füllte sich der Platz vor der Bühne im Nu. „Ich konnte es kaum glauben. Das Publikum hat begeistert mitgesungen, manche haben geweint und wir waren auch sehr gerührt“, erzählt er, zeigt stolz ein Video von seinem Auftritt und fügt hinzu: „Es war vor allem toll, auch so viele junge Menschen zu erreichen und zu sehen, wie sie regelrecht ausgeflippt sind über meine Musik. Das muss ich selbst erst einmal verarbeiten.“

Maschine im Gespräch mit B.Z.-Redakteurin Claudia von Duehren

Maschine im Gespräch mit B.Z.-Redakteurin Claudia von Duehren

Foto: © Parwez

Eine Stunde spielte Birr die großen Puhdys-Hits wie „Alt wie ein Baum“, „Lebenszeit“, „Wenn Träume sterben“ und den Eisbären-Song. Nach dem Auftritt wurde er direkt fürs nächste Jahr in Wacken engagiert. „Ich bin der älteste Musiker, der jemals in Wacken aufgetreten ist. Darauf bin ich echt stolz“, versichert Birr. Ein Geschenk, weiß der Musiker, bei dem 2019 Darmkrebs entdeckt wurde. „Ich hatte echt Glück, bin krebsfrei“, sagt Dieter Birr, der seine neue EP (Mini-Platte) ganz passend „Was bleibt“ genannt hat.

Die vier Songs erscheinen am 11. September. Am 24. Oktober können die Berliner Fans Maschine dann im Admiralspalast erleben.

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