Gleich in mehrfacher Hinsicht ist dieser Zettel auf einer Pkw-Windschutzscheibe ungewöhnlich: Was dahinter steckt – und welche Nachricht man erhält, wählt man die angegebene Nummer der Holding Graz.
Gut möglich, dass der Besucher aus München die Welt in Graz nicht mehr versteht – sobald er an diesem Montag jenen Zettel entdeckt, der auf der Windschutzscheibe seines Autos hinterlegt wurde. Und sobald er die darauf angegebene Telefonnummer „für Rückfragen“ anruft. Denn wie sich zeigt, reihen sich gleich mehrere kuriose Umstände aneinander, die selbst eingefleischte Grazerinnen und Grazer ein wenig überfordern – wenn auch der Servicegedanke dahinter grundsätzlich gut gemeint ist.
„Beachten Sie die neue Verkehrssituation“
Montag, kurz vor elf Uhr in der Grazer Hamerlinggasse: Auf einem schwarzen Pkw mit Münchener Kennzeichen liegt vermeintlich ein ordinärer Strafzettel – immerhin ragt die Hälfte des Autos über jene Tafel hinweg, die anzeigt, dass der Asphalt darunter bloß für einspurige Vehikel reserviert ist. Doch bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass es sich hier gar nicht um einen Strafzettel handelt: Vielmehr liegen gleichsam liebe Grüße der Holding Graz auf der Windschutzscheibe – samt Hinweis, dass der Lenker das Auto in einem erst am Montag installierten „Halte- und Parkverbot“ abgestellt habe. „Bitte beachten Sie die neue Verkehrssituation“, heißt es weiters – gleich mit zwei Rufzeichen.
© SariaDer Pkw ragt in die verbotene Zone
Zum einen aber scheint die Verkehrssituation hier in der Hamerlinggasse überhaupt nicht neu zu sein, zum anderen hat die Kleine Zeitung probehalber jene Nummer der Holding Graz angerufen, die auf dem Zettel für Rückfragen angegeben ist – und die SMS-Nachricht erhalten: „Ich bin bis einschließlich 21. August im Urlaub.“ Und drittens fragt man sich, warum hier die Holding Graz agiert und nicht ein Parksheriff?
© SariaDie für Motorräder reservierte Zone existiert schon längerHinweis auf kommende Arbeiten
Letzteres kann dem Münchener Lenker an diesem Montag durchaus noch blühen. Denn wie sich zeigt, hat der Zettel auf der Windschutzscheibe nichts mit dem bereits bestehenden Halte- und Parkverbot für Pkw zu tun – sondern mit kommenden Arbeiten. „Tatsächlich hinterlegen die Mitarbeiter unseres Stadtraumbereichs solche Zettel, um den Lenker darauf hinzuweisen, dass dieser Platz für bald startende Bauarbeiten gebraucht wird“, erklärt Gerald Zaczek-Pichler, Sprecher der Holding Graz – und ergänzt, dass man sich die Sache mit dem Handy im Urlaub sofort anschauen werde.
