FernGully – Christa und Zaks Abenteuer im Regenwald war ein Animationsfilm, der im Jahr 1992 seine Magie in so manche Kinderköpfe zauberte. Zwischen Feen und Holzfällern warnte er schon früh vor Naturverschmutzung und der Abholzung von Wäldern.

Abenteuerfilm im Regenwald: FernGully verzauberte viele Kinder der 90er, trotz traumatischem Bösewicht

In einem magischen Regenwald namens FernGully, in Australien, stellt das Animationsabenteuer uns die

Elfe Christa vor. Sie beherrscht ihre Zauberei noch nicht so gut, wird aber bald auf eine harte Probe gestellt, als schwarzer Rauch über dem grünen Blätterdach ihrer Heimat aufsteigt. Ist Bösewicht Hexxor gekommen, um die Idylle zu zerstören?

Christas neuer Freund, Flughund Batty Koda, versucht sie davon abzuhalten, die Bedrohung näher zu untersuchen. Trotzdem findet die Elfe heraus, dass Menschen ihren Wald abholzen. Zu den Holzfällern mit ihren schweren Maschinen gehört auch Waldarbeiter Zak. Durch ein Versehen schrumpft Christa ihn auf ihre Größe, woraufhin er die Wunder der Natur aus einer neuen Perspektive kennenlernt.

Elfenmann Pips ist zunächst gar nicht begeistert davon, dass der flügellose Neuankömmling seiner Freundin schöne Augen macht. Doch am Ende braucht es jede helfende Hand, um die böse Macht zu besiegen, die die Menschen unwissend aus einem uralten Baum freigelassen haben.

Erinnert euch im deutschen Trailer an FernGully:

Ferngully – Trailer (Deutsch) HD

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Ähnlich wie der 1994 veröffentlichte Animationsfilm Däumeline vom Anastasia-Schöpfer Don Bluth (der sich mit Werken wie Feivel, der Mauswanderer und In einem Land vor unserer Zeit einen Namen gemacht hatte) rückte FernGully schon zwei Jahre eher Elfen und kleine Menschen in den Fokus seiner Erzählung – und hatte ebenfalls kein großes Animationsstudio wie Disney im Rücken. Stattdessen gab hier Bill Kroyer nach seinem oscarnominierten Kurzfilm Technological Threat mit seinem Studio Kroyer Films sein Langspielfilm-Debüt.

Die acht Songs in FernGully (trotz Elton Johns Lied „Some Other World „) fielen damals nicht ganz so eindrücklich wie in manch anderem Kinderfilm aus, nachdem Arielle, die Meerjungfrau animierte Musicals 1989 neu belebt hatte. Trotzdem wird sich wohl jedes Kind der 90er zumindest an die gruselige Gestalt von Bösewicht Hexxor erinnern, der die Verschmutzung der Umwelt symbolisierte. Selbst wer vieles von FernGully vergessen hat, musste in jungen Jahren den Auftritt des rauchumwaberten Totenkopf-Fiesling erstmal verkraften … oder ihn traumatisiert aus dem eigenen Kopf verbannen.

Sechs Jahre später zog das bewusst auf eine Umweltbotschaft ausgelegte Regenwald-Abenteuer auch noch die Heimkino-Fortsetzung FernGully 2 – Die Magische Rettung (1998) nach sich. Auf seinem Weg ins Kino musste Teil 1 sich vorher jedoch gegen einen großen Rivalen behaupten.

Streit wegen berühmtem Sprecher Robin Williams: FernGully ging Disney gegen den Strich

Mit der Stimme von Fledermaus-Sidekick Batty hatte FernGully einen echten Star an Bord: Robin Williams (Hook) übernahm hier seine erste Sprecher-Rolle in einem Animationsfilm und Bill Kroyer war so beeindruckt, dass er den ursprünglich nur achtminütigen Auftritt der Figur deutlich ausbaute.

Im selben Jahr wie FernGully war allerdings auch der Start des Disney-Films Aladdin geplant, wo Robin Williams die berühmte englische Stimme des Dschinnis übernahm. Als damaliger Disney-Studiochef wollte Jeffrey Katzenberg den Star dazu bewegen, sich aus FernGully zu verabschieden, damit er in einem Jahr nicht zwei Animationsfiguren sprach, aber Williams lehnte ab.

Laut FernGully-Produzentin Wayne Young legte Disney dem Konkurrenzprojekt daraufhin wiederholt Steine in den Weg. Beispielsweise wurden Produktionsräume von Disney übernommen, die für FernGully angemietet worden waren, indem Disney mehr Geld dafür bot.

Katzenberg verweigerte später eine Aussage dazu

(via Vanity Fair ).

Am Ende wurde FernGully im April 1992 auf der großen Leinwand veröffentlicht, während Aladdin mit reichlich Abstand im November 1992 ins Kino kam. Robin Williams sprach Fledermaus und Flaschengeist gleichermaßen. Am Box Office  kam im Gegensatz zu Disneys 500-Millionen-Erfolg Aladdin das Regenwald-Abenteuer jedoch nur auf ein Einspielergebnis von 32 Millionen US-Dollar.

Wo ihr FernGully aktuell streamen könnt

Wer die Erinnerung an FernGully 34 Jahre später noch einmal auffrischen will, kann das aktuell bei mehreren Streaming-Diensten tun. Der Film ist im Programm von Joyn (kostenlos mit Werbung), im Abo von Netzkino oder gratis bei Filmfriend und Plex. Außerdem könnt ihr ihn bei Amazon und Co. leihen bzw. kaufen.