Ein Erdbeben hat im Nordwesten Kolumbiens mehrere Menschen getötet und erhebliche Schäden angerichtet. Präsident Abelardo de la Espriella sprach von mindestens 111 Toten, 87 Verletzten und zahlreichen eingestürzten Gebäuden. Die Erschütterungen waren in mehreren Provinzen sowie in der Hauptstadt Bogotá und bis nach Venezuela, Ecuador und Panama zu spüren.

Der kolumbianische Präsident Abelardo de la
Espriella hat angekündigt, die Koordination der Regierungsreaktion auf das schwere
Erdbeben zu übernehmen. »Ihr seid
nicht allein. Der Staat ist präsent und handelt«, sagte er. In San José
del Palmar solle ein gemeinsamer Krisenstab eingerichtet werden. Er wolle auch persönlich nach
Pereira reisen.

Allein in der Region Risaralda
starben nach Behördenangaben mindestens 40 Menschen, in der Region Valle del Cauca rund um die Großstadt Cali gab es 27 Tote. Der Bürgermeister der westkolumbianischen Provinzhauptstadt Pereira, Mauricio
Salazar, sprach im Radiosender Caracol zudem von mindestens 18 Toten
in seiner Gemeinde. »Die Situation ist kritisch«, sagte er. Der Bürgermeister von Manizales, Jorge
Eduardo Rojas, sprach von mindestens drei Toten in seiner Gemeinde und Hunderten Verletzten. Mehr als zehn Gebäude seien eingestürzt, weitere Häuser und ein Turm der dortigen Kathedrale seien schwer
beschädigt worden.

Die Nationale Stelle für Katastrophenrisikomanagement (UNGRD) und die US-Erdbebenwarte USGS bezifferten die Stärke des Bebens auf 7,4. Es hatte demnach eine Tiefe von mindestens 96 Kilometern. Es gibt dennoch keine Tsunamiwarnung. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der kolumbianische geologische Dienst zudem ein Nachbeben der Stärke 4,6 in der Gemeinde Nóvita im Departemento Chocó.

Flughäfen beschädigt

Der Gouverneur der Provinz Risaralda, in der auch Pereira liegt, Juan Diego Patiño,
sagte im lokalen Radiosender Blu Radio, es gebe »schwere Schäden an
einigen Gebäuden«. »Was gerade
passiert ist, ist sehr schwerwiegend. Die Bilder sind wirklich
schockierend: Es gibt Verletzte und eingestürzte Gebäudefassaden«, sagte
er.

© Lea Dohle

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»Wir haben gerade ein schweres Erdbeben im Departemento Chocó erlebt. Wir sind besorgt wegen möglicher Nachbeben«, schrieb die Gouverneurin der Provinz Chocó, Nubia Carolina Córdoba Curi, auf X. »Obwohl das Epizentrum in der Nähe von San José del Palmar lag, gibt es Verletzte und erhebliche Schäden an Gebäuden in der Hauptstadt Quibdó.« Es werde bereits eine Schadensbewertung durchgeführt.

Der Bürgermeister von Bogotá, Carlos Galán, schrieb auf X, es gebe
in der Hauptstadt keine größeren Schäden. Der Bürgermeister der südwestlich von Bogotá gelegenen Stadt Cali, die in der Provinz Valle del Cauca liegt, sprach von unter Trümmern begrabenen Menschen. Mindestens 20 Gebäude seien eingestürzt, in denen Menschen eingeschlossen sein sollen. Er habe Hilfe aus der Hauptstadt angefordert.

Die Luftfahrtbehörde Kolumbiens teilte mit, es gebe Schäden an den Flughäfen von Pereira, Manizales, Quibdó, Armenia, Cartago und Buenaventura. Dort werde bis auf Weiteres der Betrieb eingestellt.

Das benachbarte Venezuela hatte erst im Juni zwei verheerende Erdbeben erlebt, bei denen mehr als 6.000 Menschen starben. Mehr als 800 Gebäude wurden bei dem Doppelbeben beschädigt oder stürzten vollständig ein. Zahlreiche Menschen wurden noch lange vermisst.

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