Dass eine erhöhte Menge an Zucker nicht gesundheitsfördernd ist, sollte hinlänglich bekannt sein. Doch eine Studie zeigt nun, dass eine zuckerreiche Ernährung auch Einfluss auf bereits bestehende Asthma-Erkrankungen haben kann.
Hoher Zuckerkonsum kann Asthma verschlimmern
Laut den Sana Kliniken leben in Deutschland schätzungsweise 3 bis 4 Millionen Menschen mit Asthma bronchiale, also einer dauerhaften, entzündlichen Erkrankung der Atemwege. Eine Studie zeigt nun, dass ein hoher Zuckerkonsum die Entzündung in der Lunge kurzfristig stark verschlimmert.
Bei der Studie erhielten Mäuse ihre reguläre Ernährung und hatten freien Zugang zu Kondensmilch. Schon nach 15 Tagen zeigten sich messbare Folgen. Die Forschenden beobachteten, dass der Zucker eine systemische Entzündung verursacht, die im Bauchfett beginnt.
Dieses Fett, bekannt als viszerales Fettgewebe, beginnt, entzündliche Substanzen wie Leptin und Zytokine zu produzieren, die sich im Körper ausbreiten und die allergische Reaktion in der Lunge verstärken. Die Analysen zeigten außerdem Hinweise darauf, dass entzündliche Abwehrzellen (M1-Makrophagen) vom Bauchfett in die Lunge wandern können.
Topaktuell
Prozess beginnt wohl im Fett
Auch bei Tieren ohne allergische Sensibilisierung wurden Entzündungen im Fettgewebe aufgrund des Zuckerkonsums festgestellt. Jedoch blieben bei diesen die Lungen unverändert. „Das deutet darauf hin, dass der Prozess im Fett beginnt und dass dort freigesetzte Substanzen schließlich in die Lunge wandern, wo sie eine bestehende allergische Reaktion verstärken“, erklärt Professorin Caroline Marcantonio Ferreira, die die Studie während ihrer Tätigkeit an der Federal University of São Paulo koordinierte.
Die Ergebnisse dürften für viele Menschen durchaus überraschend sein. „Wenn ein Kind viel Zucker zu sich nimmt, denken wir an Konsequenzen wie Karies oder Fettleibigkeit. Aber wir bedenken selten, dass in so kurzer Zeit eine bereits bestehende Allergie verschlimmert werden könnte“, fügt Ferreira hinzu.
Das Forschungsteam betont aber auch, dass eine zuckerreiche Ernährung allein kein Asthma verursachen, sondern nur bestehende Entzündungen verstärken kann. Es mahnt aber anhand der Ergebnisse dazu, dass Menschen mit Asthma ihre Zuckeraufnahme genauso überwachen sollten wie Schimmel, Staub und Umweltverschmutzung in ihrer Umwelt, die ebenfalls potenzielle Auslöser für Asthmaanfälle sind.
Quellen: Sana Kliniken, „A Short-Term High-Sugar Diet Induces Glucose Intolerance, Visceral Adipose Tissue Inflammation, and Exacerbates Experimental Allergic Asthma“ (Nutrients, 2026), Agência FAPESP
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