Nach mehr als 20.000 Betriebsstunden im harten Dredging-Einsatz kehrt ein Hydroseilbagger des Typs HS 8300.1 praktisch wie neu zurück auf die Barge. Die Generalüberholung durch Liebherr Group in Houston zeigt, wie sich Bestandsmaschinen mit gezielten Maßnahmen technisch auf den neuesten Stand bringen lassen – und damit wirtschaftlich wie betrieblich deutlich profitieren.

Generalüberholung nach intensiver Nutzung

Seit vier Jahren setzt Matthews Brothers Dredging, LLC den HS 8300.1 entlang der US-Golfküste ein. Mit einer Windenkapazität von 500 kN und Windengeschwindigkeiten von bis zu 125 m/min ist der Seilbagger auf schnelle Arbeitszyklen im Dredging ausgelegt. Genau diese hohe Auslastung führte nach über 20.000 Betriebsstunden zur Entscheidung für eine umfassende Überholung.

„Wann eine Überholung empfohlen wird, hängt sowohl von der Lebensdauer der Maschine als auch vom Einsatz ab. Bei einer hohen Beanspruchung ist eine frühere Überholung erforderlich“, erklärt Bertrand Meiss, Field Engineering Manager bei Liebherr USA in Houston.

Im Februar 2025 erfolgte zunächst eine detaillierte Inspektion. Auf Basis der vollständigen Wartungshistorie und einer Prognose für die kommenden Einsatzjahre wurden gezielte Maßnahmenpakete definiert. Ziel war es, nur jene Komponenten zu erneuern oder zu modernisieren, die technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind.

Transform-Konzept: gezielte Modernisierung statt Ersatz

Mit dem Programm „Liebherr Transform“ verfolgt der Hersteller einen klaren Ansatz: bestehende Maschinen durch Modernisierung und Retrofit langfristig leistungsfähig halten. Dabei reicht das Spektrum von punktuellen Upgrades bis zur kompletten Generalüberholung.

Generalüberholung des HS 8300.1

Auch die Winde wurde generalüberholtAlle Hauptkomponenten inklusive Winde des HS 8300.1 wurden in der Werkstatt von Liebherr in Houston, Texas, generalüberholt. Fotos: Liebherr

Für den HS 8300.1 bedeutete das eine präzise geplante Umsetzung aller Arbeitsschritte – von der technischen Beratung bis zur finalen Inbetriebnahme. Der Vorteil liegt aus Betreibersicht auf der Hand: Statt mehrerer ungeplanter Stillstände erfolgt eine einmalige, kalkulierbare Investition.

„Wir mussten die Maschine zwar für kurze Zeit stilllegen, sehen aber den Vorteil darin, dass wir so unseren Kunden langfristig mit minimalen Ausfallzeiten einen besseren Service bieten können“, sagt Chad Epperson, Vice President of Operations bei Matthews Brothers Dredging.

Technische Updates auf aktuellem Stand

Die Arbeiten wurden vollständig am Liebherr-Standort in Houston durchgeführt, wodurch Transportzeiten und Logistikaufwand minimiert wurden. In enger Abstimmung mit dem Betreiber erfolgte ein umfassender Austausch zentraler Komponenten.

Erneuert wurden sämtliche Hydraulikkomponenten und -schläuche sowie die komplette Elektrik. Zusätzlich integrierte Liebherr technische Verbesserungen, die in den vergangenen fünf Jahren in die Serienproduktion eingeflossen sind. Dazu zählen unter anderem optimierte Auslegerbeleuchtung, zusätzliche Sicherheitsfeatures wie Laufstege am Ausleger sowie Erweiterungen an der Zentralschmierung, die Wartungsintervalle effizienter gestalten.

Nach rund zwölf Wochen Umbauzeit wurde der Seilbagger wieder auf die Barge montiert – bereit für einen weiteren Langzeiteinsatz.

Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit

Die Generalüberholung zeigt exemplarisch, wie sich durch strukturierte Modernisierung sowohl Betriebskosten als auch Ressourcenverbrauch reduzieren lassen. Ein dichtes Netz an Service- und Werkstattstandorten ermöglicht die Umsetzung solcher Projekte weltweit.

Für Betreiber ergibt sich daraus eine klare Perspektive: Die technische Lebensdauer vorhandener Maschinen kann deutlich verlängert werden, ohne die Investitionskosten eines Neugeräts tragen zu müssen. Gleichzeitig wird ein Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet – ein Faktor, der auch im Bau- und Infrastruktursektor zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Mit dem überholten HS 8300.1 steht Matthews Brothers Dredging nun erneut eine leistungsfähige Maschine zur Verfügung, die für weitere 20.000 Betriebsstunden ausgelegt ist – unter realen Einsatzbedingungen im anspruchsvollen Küstendredging.

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