Die Gailtalerin Nina Mosser (26) kürte sich zur Cross-Country-Marathon-Staatsmeisterin. Im September geht‘s zur WM. An der Uni Graz arbeitet sie mit Menschen mit Beeinträchtigung.
Für die einen ist es eine Art Dreirad, für andere ein Stück Eigenständigkeit. An der Uni Graz arbeitet Nina Mosser mit einem speziellen Rad, das Menschen mit Behinderung ermöglicht, etwas zu erleben, das für viele selbstverständlich ist: das Gefühl, sich selbstständig fortzubewegen. Für die Kärntnerin ist Bewegung nicht nur Forschungsgegenstand, sondern Leidenschaft und Beruf zugleich. Zwischen wissenschaftlicher Arbeit, der Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung und ihrem Leistungssport liegen nur auf den ersten Blick Welten.
„Wir arbeiten mit einem ‚Framerunner‘. Das ist ein dreirädriges Spezial-Lauf- und Therapierad ohne Pedale, das Menschen zwischen 14 und 30 Jahren im Rollstuhl eigenständige Bewegungen ermöglicht. Und wir schauen darauf, wie es sich auf ihre Gesundheit auswirkt“, erklärt Mosser. „Man sieht dieses Leuchten in den Augen, auch das der Eltern. Das ist so schön. Das gibt einem sehr viel zurück. Ich lerne Bewegung von einem ganz anderen Blickwinkel kennen.“
© Privat Die Gailtalerin Nina Mosser in Aktion
Während sie andere Menschen unterstützt, auf dem Framerunner ein Stück Freiheit zu erleben, sucht sie selbst auf dem Mountainbike immer wieder ihre eigenen Grenzen. Und dazwischen findet sie noch Zeit für ihre Dissertation in Sportwissenschaften. Erst kürzlich hat die 26-Jährige, die rund 20 Stunden pro Woche trainiert, in Mank ihren zweiten Staatsmeistertitel gefeiert – im Cross-Country-Marathon (XCM). Und das trotz eines unfreiwilligen Umwegs und des damit verbundenen Zeitverlusts.
„Ich bin vor etwa zwei Jahren auf die Langstrecke umgestiegen. Die Strecken belaufen sich auf 60 bis 120 Kilometer, bei den Höhenmetern liegen sie zwischen 2000 und 5000. Die Renndauer geht bis zu fünf Stunden, dafür sieht man wunderschöne Gegenden. Ich liebe sowohl die Anstiege als auch die Abfahrten. Gezieltes Risiko ist gefragt“, erzählt Mosser, die mit Disziplin und Konsequenz ihren Weg verfolgt.
Bereits mit zarten sechs Jahren entfachte ihre Leidenschaft für den Mountainbikesport. „Ich dachte mir, was der große Bruder so macht, muss ich auch ausprobieren, und so nahm alles seinen Lauf“, grinst die Gailtalerin, die heuer die Alpentour-Trophy in Schladming als starke Zweite beendete. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum. Im September wartet bereits das nächste Abenteuer: die WM in Südtirol. Freizeit ist dementsprechend rar. „Aber ich suche hin und wieder die Ruhe.“