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Wer ein sogenanntes Flügelfell am Auge hat, sollte offenbar die Hautkrebsvorsorge besonders ernst nehmen. In einer großen Untersuchung aus Australien wiesen Menschen mit der auffälligen Gewebewucherung an der Bindehaut ein deutlich erhöhtes Risiko für hellen Hautkrebs auf.
Ein Flügelfell, medizinisch Pterygium genannt, ist eine gutartige, keilförmige Veränderung der Bindehaut, die auf die Hornhaut wachsen kann. Eine Untersuchung zeigte jetzt, dass sie wohl im Zusammenhang mit hellem Hautkrebs steht. Analysiert wurden Daten von 3829 Teilnehmern aus einer australischen Langzeitstudie. Das Durchschnittsalter lag bei 64,2 Jahren.
Wucherung im Auge ist mögliches Hautkrebs-Warnsignal
Die Forscher untersuchten drei mögliche Hinweise für frühere UV-Belastung: Pterygium, Schäden an der Bindehaut sowie Kurzsichtigkeit. Hautkrebsdiagnosen wurden mithilfe von Teilnehmerangaben, Krebsregistern, Krankenhausdaten und Sterberegistern erfasst.
Das Ergebnis: Menschen mit einem bestehenden Flügelfell hatten häufiger bereits eine Form von hellem Hautkrebs entwickelt. Das Risiko lag etwa ein Drittel höher als bei Personen ohne diese Augenveränderung. Noch deutlicher war der Zusammenhang bei Teilnehmern, deren Flügelfell früher operativ entfernt worden war. In dieser Gruppe war das Risiko für hellen Hautkrebs fast doppelt so hoch.
Andere Augenmarker ohne Effekt
Für das maligne Melanom, also schwarzen Hautkrebs, fanden die Wissenschaftler keinen klaren Zusammenhang. Auch die beiden anderen untersuchten Augenmerkmale, die als Hinweise auf eine hohe UV-Belastung gelten, standen nicht mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko in Verbindung.
Die statistischen Berechnungen berücksichtigten unter anderem Alter, Geschlecht, Augenfarbe, Rauchverhalten, familiäre Belastung und Geburtsland. Der Zusammenhang zwischen Flügelfell und hellem Hautkrebs zeigte sich auch dann noch.
Was die Ergebnisse bedeuten
Die Forscher vermuten gemeinsame Risikofaktoren, vor allem eine langjährige Belastung durch UV-Strahlung. Denkbar sei außerdem, dass manche Menschen genetisch bedingt empfindlicher auf Sonneneinstrahlung reagieren und UV-bedingte Zellschäden schlechter reparieren.
Die Studie zeigt jedoch nur einen statistischen Zusammenhang. Sie belegt weder, dass ein Flügelfell Hautkrebs verursacht, noch dass Betroffene zwangsläufig erkranken. In der Studie wurden vor allem Daten von Menschen mit hellem Hauttyp betrachtet. Außerdem handelt es sich um eine Momentaufnahme. Ursache und Wirkung lassen sich damit nicht beweisen.