Das Geheimnis alter Unterhosen

Für knapp 100 Minuten kann man also in dieses vertraute Universum schlüpfen, das dieses Mal allerdings nicht nur mit so manchen verstaubten Klischees aufwartet, sondern auch mit einer etwas dünnen und konstruiert wirkenden Mordgeschichte, die nicht wirklich Spannung erzeugt. 

Dafür haben Regisseur Ed Herzog und sein Co-Autor Stefan Betz wieder einige lustige Dialoge ins Drehbuch geschrieben. Wie etwa diesen, in dem Susi Franz verbietet, sich in der „nagelniegelneuen Küche“ ein Spiegelei zu braten, schließlich würde er dann alles „einsauen“. Franz reagiert fassungslos – und gewährt intime Einblicke. Eine Küche sei doch ein Gebrauchsgegenstand, „wia a Unterhosn. Irgendwann kriegt mas halt nimmer richtig sauber“. 

Warum was ändern?

Vielleicht kann gerade das tröstlich sein an dem Film: Am Ende kann keiner so richtig aus seiner Haut. Hat man es sich in seiner Ecke gemütlich eingerichtet, warum was ändern? Das kostet Kraft und die bringt man im Alltag zwischen Job und Privatleben oft nicht auf, Typen wie Eberhofer gleich dreimal nicht. 

Mit der Distanz des Publikums kann es vergnüglich sein, solche Macken im Kino zu sehen und über die Figuren (und vielleicht auch über sich selbst) lachen zu können. Der stoffelige Partner, die aufbrausende Freundin, der notgeile Kumpel oder der eitle Vorgesetzte – alles Typen aus dem echten Leben.

Rudi und die Aasgeier

Einen ziemlichen Imagewandel legt dagegen Rudi (Simon Schwarz) hin, „aus antikapitalistisch-spirituellen Gründen“, wie er erklärt, durch seine fettigen, langen Haarsträhnen blinzelnd. Statt in seiner Münchner Wohnung kampiert er im Auto und hat dem Konsum ebenso abgeschworen wie dem unnötigen Strom- und Wasserverbrauch und der Körperpflege. Mit durchschlagendem Ergebnis. „Du stinkst wie ein Iltis“, wirft Franz seinem Freund vor. Der Pathologe Günther (Michael Ostrowski) wird drastisch: „Versuchst du die Aasgeier anzulocken?“.