In Windows 11 stecken zahlreiche Features und Anwendungen, die es schon vor 40 Jahren gab, als das Betriebssystem erstmals erschien. In manchen Fällen sind Funktionen auch noch genauso nutzbar, wie sie es vor mehr als 30 Jahren waren. Das liegt nicht zwangsläufig daran, dass Microsoft es versäumt hat, sie auszutauschen. Die Funktionen und alten UI-Elemente existieren teilweise sogar parallel zu neueren Versionen.

Windows 11: Warum entfernt Microsoft alte Elemente nicht?

Wie Windows Latest berichtet, zeigt sich das etwa bei der Tastenkombination „Alt + Tab“. Dadurch können Windows-Nutzer:innen schnell zwischen mehreren Fenstern wechseln. Vor der Umstellung wurden Fenster beim Wechsel durch die Z-Order-Methode angeordnet. Heißt: Das Fenster, das ganz oben auf dem Desktop angezeigt wurde, war auf der Z-Achse am höchsten und wurde somit als Erstes angezeigt. Danach folgten die Fenster in absteigender Reihenfolge.

Dieses Verhalten hat Microsoft schon mit Windows 3.1 geändert, das im April 1992 erschienen ist. Seither priorisiert Windows nicht die Reihenfolge der Fenster, sondern wann sie zuletzt genutzt wurden. Das zuletzt genutzte Fenster wird dabei zuerst angezeigt. Nach der Veröffentlichung mussten sich Windows-Nutzer:innen aber nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich umstellen.

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Über die Systemeinstellungen ließ sich Windows so konfigurieren, dass wieder die Z-Order für das Sortieren von Fenstern genutzt wurde. Erst als es keine Beschwerden mehr über die neue Funktionsweise gab, hat Microsoft schließlich die alte Reihenfolge komplett aus Windows verbannt und die neue Version zum Standard gemacht, wie wir ihn heute kennen. Manch andere alte Elemente werden allerdings nie komplett in Rente geschickt und verbleiben im Betriebssystem. Das liegt auch daran, dass Microsoft die neuen Versionen womöglich nie vollendet hat.

Der bekannte Microsoft-Entwickler Raymond Chen, teilte schon in einem Microsoft-Blogbeitrag 2003 mit, warum das Unternehmen diesen Workflow durchführt: „Das betont die Bemühungen, die wir anstellen, damit Menschen, die neue Funktionen nicht mögen, wieder zu den alten Wegen zurückkehren können. Wie sich herausstellt, mögen es Unternehmen mit 10.000 Mitarbeiter:innen nicht, wenn sich das User-Interface ändert und sie Millionen von US-Dollar ausgeben müssen, um ihre Mitarbeitenden erneut zu schulen.“

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