Viele erinnern sich mit Sicherheit an die schöne US-amerikanische Blonde, die vor allem als Filmschauspielerin und Fotomodell zu Weltruhm gelangte. Viele Künstler, darunter ganz bekannte Fotografen, haben Marilyn Monroe, die am 4. August 1962 mit nur 36 Jahren starb und dieses Jahr 100 geworden wäre, auf ganz verschiedene Weise porträtiert. Die Ulmer Galerie am Saumarkt (BEGE Galerien) zeigt jetzt eine Auswahl von Monroe-Bildern, die insbesondere vom amerikanischen Pop-Art-Künstler James Francis Gill, der dem Ulmer Galeristen Bernd Geserick sehr verbunden ist, sowie von Allan Grant, der fürs LIFE-Magazin Prominente ohne Ende fotografierte, stammen. Eröffnet wurde die Wanderausstellung in den USA, zu sehen ist sie in jeweils leicht abgewandelter Form in knapp 20 europäischen Ländern.
Galerie am Saumarkt zeigt Monroe-Fotografien von Allan Grant
Marilyn Monroe hatte sich in Hollywood einen Namen gemacht, wurde aber von der Filmindustrie vorwiegend als naive laszive Blondine hingestellt. Grundlage dafür war ihr attraktives Aussehen und ihr oft sinnlicher Blick, weshalb sie zu ihrer Zeit auch als Sexsymbol galt. Sie starb viel zu früh und ihr Tod blieb ein Geheimnis. Über Marilyn Monroe wurde immer wieder geschrieben, es gibt massig Bücher und Biografien und nur wenige andere Stars wurden zu ihrer Zeit so häufig fotografiert wie die Filmdiva, die auch als Filmproduzentin gewisse Erfolge hatte.
In der Galerie am Saumarkt gibt es nun eine Auswahl von Monroe-Bildern zu sehen, wobei dort Arbeiten von James Francis Gill, Andy Warhol, Dan Pyle und Saxa schon früher ausgestellt wurden. Nun sind Druckgrafiken von Fotografien Allan Grants dazugekommen, die in Ulm noch nicht präsentiert wurden. Die Bilder wurden 1962 von Grant aufgenommen und werden in der Ausstellung zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Man sieht auf ihnen eigentlich eine Marilyn Monroe, wie sie sich meistens gab, mal lächelnd, mal etwas verträumt, aber auch mal leicht nachdenklich, fröhlich und stolz. Kurze Zeit, nachdem die Aufnahmen entstanden waren, starb sie.
Kommt einem in der Ausstellung die Dreier-Porträtserie von Andy Warhol „Marilyn Invitation“ durchaus bekannt vor, so entdeckt man bei den Arbeiten von James Francis Gill absolut Besonderes. So etwa ein Porträt-Triptychon, auf dem Marilyn Monroe in drei verschiedenen Posen auf einem Sessel vor einem Fenster sitzt, das in einer blauen Wand ruht. Ganz besonders ist diese Serie, weil Gill die drei Bilder exakt nach den fotografischen Vorlagen von Allan Grant gemalt hat, die ebenfalls gezeigt werden, und seine Serie im Untergeschoss der Galerie im kleineren Format erneut erscheint.
Gill zeigt auch eine Marilyn Monroe, wie sie ihren vom Wind hochflatternden Rock zu bändigen und niederzudrücken versucht. „The seven year itch“ hat er das Bild, eine Grafik auf Bütten, betitelt. Und dann ist da in der Untergeschoss-Nische noch ein Bild von James Francis Gill, das aus dem Rahmen fällt: ein sehr buntes Monroe-Porträt, leicht schrill, ein wenig abstrakt mit realistischen Zügen, und eben doch Marilyn. „Blue Shadow“ ist der Titel des Bildes.
Arbeiten von Dan Pyle und Saxa, der zwei für ihn typische aus Schrift bestehende Monroe-Porträts präsentiert, sowie eine Fotografie von Sam Shaw, auf dem Marilyn Monroe in New York fröhlich auf dem Beifahrersitz eines Ami-Schlittens sitzt und so auch eine Besonderheit in der Schau darstellt, ergänzen die übrigen Bilder bestens.
Info: Die Ausstellung geht bis 4. September, die Öffnungszeiten der Galerie sind Mittwoch bis Freitag 10 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 12 Uhr sowie Montag und Dienstag nach Vereinbarung.