Herr Fleiter, was hat Sie mehr überrascht: Dass RTL Sie für die TV-Show „Die Verräter“ angefragt hat oder dass sie zugesagt haben?
Philipp Fleiter: (lacht) Als die Anfrage kam, habe ich ehrlicherweise keine Sekunde gezögert. Ich habe schon die erste Staffel damals gesehen. Das war immer ein Format, das ich unbedingt machen wollte. Es passt einfach so gut zu den Themen, mit denen ich mich beruflich beschäftige. Deswegen habe ich gar nicht lange nachgedacht.
Was hat Sie besonders gereizt an der Show?
Dass ich mal etwas komplett Neues ausprobieren kann – etwas, das ich so noch nie gemacht habe. Ich fand es total spannend, dass ich vorher nicht wusste, welche Kandidaten noch dabei sind. Und natürlich das Spiel an sich. Ich habe früher vor dem Fernseher immer schon mitgefiebert und mir gedacht, es muss doch irgendwie möglich sein, die Verräter zu stoppen.
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Haben Sie sich besonders auf die Dreharbeiten vorbereitet?
Ich habe noch mal alle alten Staffeln geschaut und mit zwei Kandidaten telefoniert, die früher mal teilgenommen haben. Namen verrate ich nicht. (lacht) Sie haben mir ein paar Tipps gegeben. Und beide haben mir sofort gesagt: „Das macht so Spaß. Das ist das Tollste, das du machen kannst.“ Das hat mich in meiner Entscheidung auf jeden Fall bestärkt.
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Über welche Kandidaten haben Sie sich vor Ort besonders gefreut?
Ich habe mich sehr über Marijke Amado gefreut, weil sie für mich einfach ein Stück Kindheit ist. Tine Wittler war auch super. Sie hat eine tolle und lustige Persönlichkeit. Auch dass ich Ralph Morgenstern kennengelernt habe, hat mir wirklich etwas bedeutet. Ich kenne ihn noch von früher aus dem Fernsehen. Er war der erste schwule Mann, den ich im TV gesehen habe. Das habe ich ihm auch im persönlichen Gespräch erzählt.
Das sind die 18 Kandidaten der diesjährigen Staffel der TV-Show „Die Verräter“. Mit dabei ist auch der Gütersloher Philipp Fleiter (hinten, Mitte)
| © RTL+
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Fällt es Ihnen generell leicht, Menschen zu vertrauen, oder sind Sie eher misstrauisch?
Ich vertraue Menschen schon schnell. Ich bin sehr offen und gehe direkt auf sie zu – ohne an das Schlimmste zu denken. Auch auf die Gefahr hin, damit auf die Nase zu fallen. Ich glaube, dass ich eine gute Menschenkenntnis habe. Über die letzten Jahre bin ich aber durchaus auch etwas vorsichtiger geworden. Ich muss mich halt immer fragen, ob mein Gegenüber wirklich an mir als Person interessiert ist oder nur an dem Künstler.
Hat die Show „Die Verräter“ Ihren Blick auf zwischenmenschliches Vertrauen verändert?
Dieses Spiel hat einen komplett eingesogen. Das war das Krasseste, das ich jemals gemacht habe. Als Zuschauer habe ich mich oft gefragt, warum Kandidaten so emotional reagieren. Aber „Die Verräter“ ist wirklich ein Psychospiel, das dich abends nicht schlafen lässt. Du weißt nicht, wem du vertrauen kannst. Du hinterfragst alles – jede Bewegung, jede Mimik. Das macht schon mehr mit einem, als man vorher denkt. Ich habe auch nach der Show noch einiges aufgearbeitet.
War das emotional die größte Herausforderung, dass man quasi immer auf der Hut sein musste?
Total! Es kommt durch dieses Misstrauen auch zu Konflikten. Da muss man gar nicht selbst beteiligt sein – man bekommt ja trotzdem alles mit. Ich habe viele Leute weinen sehen und immer versucht, zu trösten. Das geht natürlich nicht spurlos an mir vorbei. Ich habe aber trotzdem versucht, Spaß zu haben und die Teilnahme zu genießen.
Sie beschäftigen sich seit Jahren mit Tätern und deren Motiven. Wie groß ist da die Gefahr, dass man selbst ein guter Verräter sein könnte?
(lacht) Ich glaube, das ist einer der Gründe, weshalb ich gecastet wurde, oder? In der dritten Staffel war der Mentalist Timon Krause dabei. Er hat damals im Vorfeld ziemlich selbstbewusst behauptet, er erkenne jede Lüge. Und dann ist er direkt rausgeflogen. Ich habe bewusst den Ball flach gehalten und den Leuten gar nicht auf die Nase gebunden, was ich beruflich mache. So doof bin ich nicht, dass ich sofort sage: Ich kenne mich mit Lügen aus. Dann wäre ich direkt im Fokus gewesen – egal auf welcher Seite.
Sie haben das Spiel jetzt durchgespielt. Gibt es jemanden, gegen den Sie in so einer Spielshow wie „Die Verräter“ niemals antreten wollen würden?
Ich kannte von meiner Staffel niemanden persönlich. Ich glaube, das hätte es viel schwieriger gemacht. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste dort einen engen und langjährigen Freund, den ich lange kenne, belügen oder ihn der Lüge überführen – puh, das wäre schon krass. Da bin ich schon froh, dass ich da nicht so nah an meinen Mitkandidaten dran war. Auch wenn sich im Laufe der Dreharbeiten natürlich Freundschaften entwickelt haben.
Wie schauen Sie die erste Folge?
Mit den anderen Kandidaten zusammen. Ich freue mich, alle wiederzusehen. Eben habe ich mich noch mit Cathy Hummels abgestimmt, was wir anziehen. (lacht) Ich bin sehr gespannt. Ich weiß zwar, wie es ausgegangen ist. Aber niemand von uns weiß ja, was die anderen hinter den Kulissen erzählt haben. Ich kann aber sagen, dass ich nichts gesagt oder getan habe, das ich bereue. Ich stehe zu allem. Deshalb bin ich persönlich ganz entspannt.
Ihr True-Crime-Podcast „Verbrechen von nebenan“ zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Podcasts in ganz Deutschland. Was motiviert Sie nach all den Folgen noch immer?
Ich finde einfach Menschen spannend. Das ist immer schon das, was mich antreibt. Sowohl bei „Verbrechen von nebenan“ als auch bei meinem zweiten Interview-Podcast „Dieser eine Moment“. Es ist spannend, mehr über Menschen zu erfahren und zu verstehen, warum sie so sind, wie sie sind. Und da reiht sich „Die Verräter“ nahtlos ein.
INFORMATION
TV-Show „Die Verräter“
18 Promis, ein Schloss – und ganz viel Misstrauen: Der Fernsehsender RTL geht im August mit der vierten Staffel der beliebten Show „Die Verräter“ an den Start. Gedreht wurde bereits im vergangenen Sommer in einem historischen Schloss in Belgien. Neben Philipp Fleiter sind unter anderem auch Schauspieler Hardy Krüger, Moderatorin Cathy Hummels, Fußballer Max Kruse und Sänger Gabriel Kelly dabei.
Ziel des Formats ist es, dass die Kandidaten gemeinsam Aufgaben absolvieren, um Geld für den Gewinnertopf zu erspielen. Unter ihnen befinden sich jedoch einige heimlich ausgewählte „Verräter“, die die Gruppe täuschen und unbemerkt Mitspieler ausschalten müssen. Die übrigen Kandidaten, die „Loyalen“, versuchen herauszufinden, wer die Verräter sind – bevor diese die Kontrolle über das Spiel übernehmen.
Ob Philipp Fleiter als Verräter ausgewählt wurde oder als Loyaler in die Spielshow startet, sehen RTL+- und Sky-Zuschauer bereits ab Montag, 3. August. Ab Montag, 17. August, läuft die vierte Staffel „Die Verräter“ dann auch im Free-TV.
Diese Kandidaten sind bei der vierten Staffel „Die Verräter“ dabei
Alexa Maria Surholt (Schauspielerin)
Ania Niedieck (Schauspielerin)
Ann-Kathrin Bendixen (Influencerin „Affe auf Bike“)
Cathy Hummels (Moderatorin)
Gabriel Kelly (Sänger)
Hardy Krüger (Schauspieler)
Joelina Drews (Sängerin)
Julia und Nina Meise (Models)
Marcel Nguyen (Kunstturner)
Marijke Amado (Moderatorin)
Max Kruse (Fußballer)
Papis Loveday (Model)
Peyman Amin (Modelagent)
Philipp Fleiter (Podcaster „Verbrechen von nebenan“)
Ralph Morgenstern (Schauspieler)
Tine Wittler (Einrichtungsexpertin aus Rahden im Kreis Minden-Lübbecke)
Urs Meier (Ex-Fußballschiedsrichter)
