TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen
Ultra-verarbeitete Lebensmittel wie Fast Food, Softdrinks etc. stehen bei vielen Männern regelmäßig auf dem Speiseplan. Wer besonders viele dieser stark verarbeiteten Produkte konsumierte, berichtete in einer großen US-Auswertung häufiger von Prostatakrebs als Männer mit geringem Konsum.
Forscher der Florida Atlantic University analysierten Daten von 17.024 Männern aus der US-Gesundheitsstudie NHANES. Das Ergebnis: Männer, die viele ultra-verarbeitete Lebensmittel (UPF) aßen, hatten ein um 27 bis 34 Prozent höheres Prostatakrebs-Risiko – je nach statistischem Modell.
Deutliche Unterschiede beim Verzehr
Für die Studie teilten die Wissenschaftler die Teilnehmer in vier Gruppen ein. Die Gruppe mit dem niedrigsten Konsum bezog weniger als 20 Prozent ihrer täglichen Kalorien aus ultra-verarbeiteten Lebensmitteln. In der Gruppe mit dem höchsten Konsum lag der Anteil bei mehr als 44 Prozent.
Männer aus den Gruppen mit höherem Verzehr berichteten häufiger von einer Prostatakrebserkrankung. Verglichen mit den Männern, die am wenigsten Fertigprodukte aßen, hatten diejenigen mit einem höheren Konsum ein um 27 Prozent erhöhtes Prostatakrebs-Risiko. Bei Männern mit besonders hohem Konsum lag das Risiko sogar um 31 Prozent höher. In der Gruppe mit dem allerhöchsten Konsum zeigte sich ein 34 Prozent höheres Risiko.
Die Studienautoren sehen in ihren Ergebnissen eine mögliche Parallele zur Geschichte des Tabakkonsums. „So wie die Gefahren des Tabakkonsums bereits Mitte des vergangenen Jahrhunderts sichtbar wurden, dauerte es Jahrzehnte, bis die wissenschaftliche Evidenz zu politischen Maßnahmen führte. Ein ähnlicher Weg könnte auch bei hoch-verarbeiteten Lebensmitteln bevorstehen“, schreiben sie in einer Pressemitteilung.
Aussagekraft hat Grenzen
Die Forscher betonen jedoch, dass die Studie keinen ursächlichen Zusammenhang belegen kann. Sie basiert auf Beobachtungsdaten und selbst gemeldeten Angaben; zudem könnten Faktoren wie familiäre Vorbelastung, Früherkennungstests oder körperliche Inaktivität die Ergebnisse beeinflusst haben. Der stärkste Zusammenhang zeigte sich zwar bei den Teilnehmern mit dem höchsten UPF-Konsum, war statistisch aber nicht eindeutig. Auch die geringe Zahl an Prostatakrebsfällen in einzelnen Gruppen schränkt die Aussagekraft ein.