Die Qualität der Luft ist in der Landeshauptstadt ein Dauerthema. Das Grazer Becken ist aufgrund seiner Lage und der schlechten Durchlüftung besonders belastet von Feinstaub, Stickstoffdioxid und Co. Bei hohen Temperaturen droht außerdem die Bildung von sogenanntem Sommersmog. Wenn an sonnigen, heißen Sommertagen starkes Sonnenlicht auf Abgase trifft, begünstigt das die Entstehung von bodennahmem Ozon.

Andreas Schopper, Experte für Luftreinhaltung beim Land Steiermark, erklärt, wieso das Problem nicht mehr so groß ist wie früher und warum sich Grazerinnen und Grazer keine akuten gesundheitlichen Sorgen wegen Ozon machen müssen.

Was machen die Hitzewellen der vergangenen Wochen mit der Luft in Graz?

ANTWORT: Die Hitzewellen dieses Sommers haben zwar die Bedingungen für die Ozonbildung geboten, allerdings fehlen mittlerweile im Vergleich zu vor 20 oder 30 Jahren durch die allgemeine Verbesserung der Luftqualität die Substanzen in der Luft, die notwendig sind, um wirklich hohe Konzentrationen hervorzurufen.

Damals waren es vorbelastete Luftmassen aus Norditalien, mit denen Vorläufersubstanzen wie Kohlenwasserstoffe, aber auch Stickoxide und ähnliche in die Steiermark transportiert wurden und hier hohe Ozonkonzentrationen erzeugten. Diese Ferneinträge gibt es in dieser Größenordnung nicht mehr, folglich bleiben auch die Ozonspitzen im Land geringer.

Wie steht es um die Einhaltung von Grenzwerten?

Die gesetzliche Informationsschwelle wurde heuer, wie auch schon in den Vorjahren, in der Steiermark klar nicht erreicht. In Österreich ist das nur im Nordosten der Fall, wo die Emissionen von Wien und den Raffinerien Schwechat und Bratislava für die entsprechenden Vorläufer sorgen. Die Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit können in der Steiermark in den Siedlungsgebieten eingehalten werden. Häufigere Überschreitungen des Achtstundenmittelgrenzwerts registrieren wir nur an den Höhenstationen.

Gibt es abseits von Ozon andere Einflüsse der Hitze auf die Luft in Graz?

Nein. Es sind keine weiteren direkten Einflüsse bekannt.

Gibt die Belastung durch Ozon im Sommer Anlass zur Sorge um die Gesundheit?

Häufig bringen Menschen Ermüdung und Schlaffheit mit Ozon in Zusammenhang. Das Referat Luftreinhaltung beim Land Steiermark bekommt dazu häufig Anrufe von besorgten Bürgerinnen und Bürgern. Die Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, die sie empfinden, kann zwar durch die Temperaturen verursacht werden, ist aber nicht auf Ozon zurückzuführen. Mehr zur Auswirkung von Hitze auf den Körper lesen Sie hier.