
Markus Bauer
Markus spielt Videospiele, seit er denken kann, und schreibt seit über 25 Jahren über Gaming. Am PC liebt er Ego-Shooter und Echtzeit-Strategie, auf Konsolen vor allem Action-Adventures und Rennspiele. Mit seinen Kindern zockt er auch gerne Minecraft und Rocket League. Seit Jahrzehnten baut Markus seine PCs selbst – immer mit Blick auf das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein aktueller PC: ein Big Tower, damit auch moderne Grafikkarten bequem Platz finden.
Halo: Campaign Evolved soll in seinen ersten zwei Wochen rund 1,2 Millionen Exemplare verkauft haben. Für ein Remake eines der bekanntesten Xbox-Spiele klingt das zunächst ordentlich. Ein genauer Blick auf die Plattformen zeigt allerdings richtig große Unterschiede.
Die Zahlen stammen von Alinea Analytics und sind keine offiziellen Verkaufszahlen von Microsoft. Demnach entfallen ungefähr 42 Prozent der Verkäufe auf Xbox und den Microsoft Store am PC, 41 Prozent auf PlayStation und lediglich 17 Prozent auf Steam. Insgesamt schätzt Alinea den bisherigen Bruttoumsatz auf rund 67 Mio. US-Dollar (58,12 Mio. Euro).
Damit hätte sich der erste große Halo-Auftritt auf PlayStation fast genauso oft verkauft wie auf Microsofts eigenen Plattformen. Auf Steam sieht die Sache hingegen deutlich schlechter aus.
Nur 232.000 Verkäufe auf Steam
Laut Alinea Analytics wurden auf Steam bislang rund 232.000 Exemplare verkauft. Der geschätzte Umsatz liegt dort bei 9,3 Mio. US-Dollar (rund 8 Mio. Euro).
Die Analysten sehen mehrere mögliche Gründe dafür. Die Halo: The Master Chief Collection kostet auf Steam regulär weniger als das neue Remake und enthält deutlich mehr Inhalte. Dazu kommt ein entscheidender Punkt: Campaign Evolved konzentriert sich auf die Kampagne und bietet keinen klassischen kompetitiven Multiplayer.
Gerade auf dem PC dürfte das schwer wiegen. Rund 80 Prozent der Steam-Käufer von Campaign Evolved sollen laut Alinea bereits die Master Chief Collection gespielt haben. 64 Prozent hatten zuvor Halo Infinite gestartet. Das Remake erreicht dort also vor allem bestehende Halo-Fans und offenbar nur wenige neue Spieler. Auch ich kam zu einem gemischte Ergebnis für den neuerlichen Master Chief-Auftritt. Das klassische Halo-Gefühl funktioniert noch immer hervorragend, technische Fehler und einige Designentscheidungen bremsen die Neuauflage aber aus.
Game Pass bringt weitere 2,1 Millionen Spieler
Die reinen Verkaufszahlen erzählen ohnehin nur einen Teil der Geschichte. Halo: Campaign Evolved erschien am ersten Tag im Xbox Game Pass. Die Analysten schätzen, dass zusätzlich rund 2,1 Millionen Spieler über ihr Game-Pass-Abonnement eingestiegen sind. Knapp 600.000 davon sollen außerdem für den Premium-Zugang bezahlt haben, um bis zu fünf Tage früher loslegen zu können.
Das erklärt auch, warum die Xbox-Verkäufe nicht deutlich über PlayStation liegen. Wer bereits für Game Pass bezahlt, muss Halo nicht zusätzlich kaufen. Die PS5-Version ist äußerst interessant. Dort wird geschätzt, dass es 544.000 Mal verkauft wurde. Für Halo ist das bemerkenswert. Campaign Evolved ist der erste große Teil der Serie, der für PlayStation erschienen ist. Die Verkaufszahlen zeigen zumindest, dass es dort ein Publikum für den Master Chief gibt.
Ganz der große Durchbruch ist es laut den Analysten trotzdem nicht. Halo: Campaign Evolved erreicht auf PlayStation vor allem ältere Spieler, die offenbar bereits während der Xbox-360-Ära Kontakt mit der Serie hatten. Neue Zielgruppen scheint das Remake bislang weniger stark anzusprechen.
Übrigens sind die Halo-Verkäufe gegenüber den PS5-Versionen von Call of Duty: Black Ops und Black Ops 2 sind diese Zahlen „nett“. Laut den Schätzungen verkauften sich diese kürzlich rund 12 Millionen Mal. Der Multiplayer dürfte dabei eine zentrale Rolle spielen. Bei Black Ops 2 sollen rund drei Viertel der PS5-Spieler die Kampagne bislang überhaupt nicht gestartet haben.
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