Der FK Austria Wien steht im Playoff der Qualifikation für die UEFA Conference League. Die Veilchen bejubelten im Rückspiel der dritten Runde in der Conference-League-Qualifikation gegen den israelischen Klub Beitar Jerusalem einen 5:4-Sieg nach Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatten die Israelis mit 2:1 geführt, ehe sich die Wiener vom Punkt durchsetzen konnten. Im Playoff wartet nun der portugiesische Klub Sporting Braga. 


Beitar präsentiert sich kaltschnäuziger

Die Veilchen starteten vor heimischem Publikum zunächst etwas abwartend in die Partie, während Beitar Jerusalem von Beginn an giftig ans Werk ging. Beitar blieb in der Anfangsphase aktiv, konnte die ersten Angriffe aber nicht sauber zu Ende spielen. In der 9. Minute kam auch die Austria erstmals offensiv zur Geltung: Wels schickte Fischer auf der linken Seite, dessen Flanke in Richtung des aufgerückten Schabals allerdings nicht richtig getroffen wurde. Wenig später wurde es auf der anderen Seite gefährlich, als Kalu nach einer Kombination von Shedo und Shua den Abschluss verpasste.

Ab der 14. Minute wurde die Austria konkreter. Wels schickte Hettwer in Richtung Tor, Gästekeeper Silva musste erstmals eingreifen. Beitar antwortete mit einer guten Möglichkeit durch Enow, dessen Schuss nach einer Ablage von Kalu geblockt wurde und knapp am Tor vorbeirollte.

Die Partie blieb damit offen, ehe Jerusalem nach einer kurzen Drangphase in der 32. Minute zuschlug. Atzili zog aus rund 16 Metern ab und setzte den Ball unhaltbar ins lange Eck. Damit führte Beitar mit 1:0 und hatte den Gesamtscore auf 2:2 gestellt.

Die Austria musste danach offensiver werden, fand aber zunächst nur selten Lücken. Ein Freistoß von Nnodim sorgte in der 31. Minute für Gefahr, Boateng konnte den Ball jedoch nicht aufs Tor bringen. Nach dem Gegentreffer hatten die Wiener in der 38. Minute noch eine gute Konterchance: Boateng wurde geschickt, die Austria konnte den Angriff aber nicht mehr sauber zu Ende spielen. 

Veilchen reagieren postwendend auf den Rückschlag

Nach dem Seitenwechsel startete Beitar erneut offensiv und suchte den nächsten Treffer. Die Austria versuchte dagegenzuhalten, kam aber zunächst nicht mit der nötigen Konsequenz in die gefährlichen Räume. Feddersen und Boateng probierten es in der 53. Minute jeweils aus der Distanz, allerdings verfehlten beide Schüsse das Tor deutlich.

In der 56. Minute erhöhte Jerusalem schließlich auf 2:0. Shua scheiterte zunächst an Sahin-Radlinger, doch Kalu setzte nach und verwertete den Abpraller. Damit lag die Austria auch im Gesamtscore mit 2:3 zurück.

Die Reaktion der Wiener folgte jedoch postwendend: Nach einem Fehler der Gäste im Spielaufbau eroberte die Austria den Ball, Hettwer scheiterte zunächst an Silva, ehe Boateng den Abpraller zum 1:2 verwertete. 

Die Partie blieb anschließend offen: Nach einem schnellen Gegenangriff traf Atzili mit einem wuchtigen Schuss nur die rechte Stange – Sahin-Radlinger und die Austria hatten dabei Glück. Fortuna hatten die Wiener auch beim vermeintlichen 1:3 durch Shua auf ihrer Seite – sein Treffer wurde wegen einer knappen Abseitsstellung aberkannt (75.). 

Die Schlussphase hatte es durchaus in sich: Zunächst hatte ein Platzfehler eine große Chance von Manfred Fischer zunichte gemacht, ehe im Gegenzug eine gute Umschaltmöglichkeit der Gäste ebenfalls verpuffte. 

Sahin-Radlinger hält die Austria im Spiel, Beitar drückt in der Verlängerung auf den Aufstieg

In der 92. Minute verhinderte Sahin-Radlinger mit einer Glanzparade einen Kopfballtreffer der Gäste und damit das Aus in der Conference-League-Qualifikation. So ging es in die Verlängerung, wo sich der Schlussmann der Veilchen bei einem Kopfball aus kurzer Distanz gleich wieder auszeichnen konnte. 

Mittlerweile waren die Gäste aus Israel dem dritten Treffer näher als die Wiener dem Ausgleich: Shua kam nach einer herrlichen Kombination in den Strafraum freistehend zum Schuss, setzte diesen aber am Tor vorbei (104.). 

Beitar wirkte auch nach dem Seitenwechsel frischer und schneller auf den Beinen, wenngleich die ganz großen Torchancen bis zum endgültigen Schlusspfiff ausblieben. Sahin-Radlinger hatte sich bei einem Yosefi-Schuss allerdings ordentlich strecken müssen (117.). So musste also eine Entscheidung im Elfmeterschießen für Klarheit sorgen, wer ins Playoff-Duell gegen Sporting Braga einzieht. 

Elfmeterschießen

1:0 – Manfred Fischer trifft sicher ins rechte untere Eck. 

1:1 – Brayan Carabali versenkt den Ball ebenso rechts unten. 

2:1 – Lee Tae-Seok nimmt sich ein Beispiel an seinen Vorgängern und trifft auch rechts unten. 

2:2 – Tomer Yosefi bleibt cool und trifft zum 2:2 – natürlich auch rechts unten. 

3:2 – Reinhold Ranftl „schwimmt gegen den Strom“ und versenkt den Ball im linken Eck. 

Eugene Ansah schießt an die Latte: Es bleibt beim 3:2 für die Austria. 

Vasilije Markovic trifft auch nur Aluminium – es bleibt beim 3:2. 

Timothy Muzie scheitert an Sahin-Radlinger – der Stand im Elfmeterschießen lautet weiterhin 3:2. 

4:2 – Sanel Saljic schießt die Wiener Austria mit einem wuchtigen Elfmeter ins Playoff.

FK Austria Wien – Beitar Jerusalem 5:4 n.E.

Donnerstag, 13.08.2026 (20:30 Uhr); Franz Horr Stadion, Wien-Favoriten; SR Lukasz Kuzma (POL)

FK Austria Wien: Sahin-Radlinger – Nnodim (106./Lee Kang-Hee), Dragovic, Feddersen, Schablas (78./Lee Tae-Seok) – Markovic, Maybach (59./Wustinger) – Fischer, Hettwer (59./Saljic), Wels (59./Ranftl) – Boateng (72./Deshishku); Trainer: Stephan Helm.

Beitar Jerusalem: Miguel Silva – Antwi, Carabali, Gadrani (75./Deri), Shedo (65./Elimelech) – Muche (66./Muzie), Boris Enow, Worko (106./Ben Shimol) – Atzili (106./Ansah), Shua, Kalu (66./Yosefi); Trainer: Almog Cohen

Tore: Boateng (58.) bzw. Atzili (32.), Kalu (56.)

Gelbe Karten: Schablas, Ranftl, Tae-Seok Lee, Wustinger bzw. Boris Enow, Atzili, Yosefi, Antwi

Spielfilm im Liveticker

Fotocredit: IMAGO / PS Images