Der VDMA kritisiert die jüngsten US-Maßnahmen gegen ausländische Robotiksysteme wie humanoide und mobile Roboter. Nach Ansicht des Verbands erschweren die neuen Marktzugangsbeschränkungen die transatlantische Zusammenarbeit und bremsen Innovationen.
Ende Juli hatte die US-Regierung den Import neuer, im Ausland produzierter humanoider und vierbeiniger Roboter gestoppt. Die Maßnahme wurde vielfach als Reaktion auf die wachsende Konkurrenz chinesischer Anbieter interpretiert. Nun warnt der VDMA vor den Folgen für europäische Hersteller: „Das US-Importverbot für mobile Roboter und Humanoide trifft auch Europa.“
Mindestens 65 Prozent amerikanischer Wertschöpfung
Nach der Entscheidung der Federal Communications Commission (FCC) erhalten neue Modelle mobiler Roboter, humanoider Robotersysteme und Wechselrichter künftig keine FCC-Zertifizierung mehr, sofern sie nicht in den USA mit mindestens 65 Prozent amerikanischer Wertschöpfung gefertigt werden.
„Technologische Souveränität zu stärken und kritische Infrastrukturen zu schützen sind wichtige und legitime Ziele. Die nun beschlossene Maßnahme setzt jedoch auf Abschottung statt auf Kooperation und wird damit Innovation und Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Wichtige Produkte, auf die auch die amerikanische Industrie angewiesen ist, können damit nicht mehr in die USA exportiert werden“, kritisiert VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.
Kooperation statt Abschottung
Das Ziel, eine starke heimische Robotikindustrie in den USA aufzubauen, sei zwar nachvollziehbar. Gleichzeitig bleibe die Zusammenarbeit mit europäischen Robotik- und Automatisierungsanbietern von großer Bedeutung. „Die neuen Marktzugangsbeschränkungen werden diese Kooperation erheblich erschweren“, so der VDMA.
Zudem bezweifelt der Verband, dass sich neue nationale Wertschöpfungsketten schnell genug aufbauen lassen, um die ambitionierten Reindustrialisierungsziele der USA zu unterstützen. Größere Effekte versprächen transatlantische Synergien in der KI-basierten Robotik. Gemeinsame Standards, vertrauenswürdige Partnerschaften und die enge Zusammenarbeit europäischer und amerikanischer Technologieanbieter erhöhten die Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberangriffen wirksamer als lokale Fertigungsquoten, betont Brodtmann.
Schnelle Innovationszyklen gefährdet
Kritisch bewertet der VDMA zudem die kurzfristige Einführung der Regelung. Zwar dürfen bereits FCC-zertifizierte Robotermodelle weiterhin importiert werden. Bei KI-basierten mobilen Robotern und humanoiden Systemen seien die Innovationszyklen jedoch sehr kurz, sodass regelmäßig neue Modellgenerationen auf den Markt kommen.
Der Verband fordert daher die nationale und europäische Politik auf, sich für offene Märkte, faire Wettbewerbsbedingungen und die Stärkung transatlantischer Innovationspartnerschaften einzusetzen. „Die Zukunft der Robotik wird durch Innovation, Zusammenarbeit und gemeinsame Sicherheitsstandards entschieden, nicht durch neue Handelsbarrieren. Europa und die USA sollten ihre technologischen Stärken bündeln, statt sich gegenseitig auszubremsen“, fordert Brodtmann.
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