Barmherzige Brüder suchen Nachnutzer für Krankenhausareal, das zuletzt von den Elisabethinen genutzt wurde. Rund 25.000 Quadratmeter Nutzfläche stehen dort insgesamt zur Verfügung.

Drei Jahre nach dem Spatenstich für das 60-Millionen-Euro-Projekt war es kürzlich soweit: Die neuen Stationen im Krankenhaus der Elisabethinen Graz im Stadtzentrum wurden nach dem großen Um- und Ausbau in Betrieb genommen. Die zuletzt am Standort Eggenberg untergebrachten Abteilungen für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Neurologie sind bereits in die Elisabethinergasse umgezogen. Die offizielle Eröffnungsfeier im Stammhaus in der Elisabethinergasse ist für Oktober geplant.

Mit der Zusammenführung aller Abteilungen des Ordenskrankenhauses unter einem Dach im Grazer Zentrum ist nicht nur ein Großprojekt abgeschlossen. Es tut sich auch eine neue „Baustelle“ auf. Die zuletzt von den Elisabethinen genutzten Gebäude mit einer Nutzfläche von fast 25.000 Quadratmetern in Eggenberg stehen nun leer. Was damit geschehen soll, ist allerdings eine Frage, die nicht die Elisabethinen, sondern die Barmherzigen Brüder beschäftigt.

Rochade in der Grazer Spitalslandschaft

Die Liegenschaft in Eggenberg gehört nach wie vor der Ordensprovinz Europa Mitte der Barmherzigen Brüder. Zur Erinnerung: Wie es der Regionale Strukturplan Gesundheit vorsah, bauten die Barmherzigen Brüder ihr Stammhaus in der Marschallgasse bis 2022 um 75 Millionen aus, konzentrierten alle ihre Abteilungen dort und räumten den Standort Eggenberg. Der wurde in den letzten Jahren von den Elisabethinen genutzt, die nun ebenfalls den Um- und Ausbau ihres Stammhauses im Stadtzentrum abgeschlossen haben.

Baurecht denkbar, Verkauf nicht

Verkaufen wollen die Barmherzigen Brüder das Areal nicht, das weitläufige Parkplätze, die Krankenhaus- und Nebengebäude, Grün- und Waldflächen, eine Kirche und die denkmalgeschützte „Bergvilla“ umfasst, wie Patrick Schlager für die Ordensprovinz Europa Mitte in Wien klarstellt. „Für große Teile des ehemaligen Krankenhausareals wird eine langfristige und nachhaltige Nachnutzung angestrebt. Dafür kommen – abhängig vom Nutzungskonzept – insbesondere langfristige Miete, Pacht oder Baurecht infrage“, erklärt er. Öffentlich gemacht wurde die Suche nach künftigen Nachnutzern bislang noch nicht. Als Spitalsstandort hat die Liegenschaft auf jeden Fall ausgedient, wie man beim Land bestätigt. Die Stadt weist Gerüchte, man werde vor Ort ein Pflegeheim einrichten, zurück. Die einzelnen Gebäude am Areal sind unterschiedlich alt, dementsprechend variiert auch ihr baulicher Zustand.

Neuer FH-Standort bleibt bestehen

Ausgenommen von den Überlegungen bleiben auf jeden Fall jene Teile, die zum „Campus Bergstraße“ gehören, wie man bei den Barmherzigen Brüdern betont. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen der FH Joanneum und den Ordenskrankenhäusern werden dort seit 2024 Studierende im Zug des Bachelorstudiums „Gesundheits- und Krankenpflege“ ausgebildet.