Ist dir immer bewusst, welche Auswirkung deine Texte, Lieder und Taten auf Menschen haben können?
Auf der letzten Tour hat sich oft herauskristallisiert, dass nach „Oma“ besonders lang applaudiert wurde. Teilweise länger als zwei Minuten und ich bin ganz schlecht dabei, so etwas auszuhalten. Irgendwie macht das keinen Sinn. Wir alle sind hier im deutschsprachigen Raum unfassbar privilegierte Menschen, die in einem Raum stehen und sich applaudieren bei der Erkenntnis, wie schlimm Rassismus in Deutschland und die Weltlage gerade sind. Das fühlt sich nicht richtig an, weil ich davon profitiere. Das kann ich aber nicht ändern und das ist mir bewusst, aber ich will einfach, dass allen klar ist, dass das in der Musik nicht reicht. Es ist schön, dass wir gemeinsam bei einem Konzert solchen Mut aufbringen können füreinander, aber wir müssen diesen Mut auch über die Konzertschwelle hinaustragen. Wenn wir das nächste Mal in der S-Bahn ein rassistisches oder übergriffiges Arschloch sehen, schreiten wir ein. Sagen wir was. Treten wir über die Schwelle, um wirklich was zu verändern.