Zusammen wohnen, können sie, zusammen zu arbeiten liege allerdings nicht unbedingt in der Natur des Paares, so beschreibt es Renate Freyhöfer. Eine gemeinsame Kunstausstellung, das kommt für sie und ihren Mann Günter Freyhöfer dann aber wieder infrage. Ab Samstag wird eine Auswahl der Werke des Künstlerehepaares in den Räumen des Kunstvereins Galerie-Werkstatt Bayer Dormagen (Gebäude 13, Raum I) zu sehen sein. Die Vernissage findet am Sonntag ab 14 Uhr statt. Geöffnet ist die Ausstellung dann jeweils am Wochenende sowie dienstags von 11 bis 17 Uhr. Die Ausstellung trägt den Titel „Menschen – Tiere – Natur“.
„Dienstags deswegen, weil wir dann ohnehin oft ins Atelier fahren, um dort zu malen“, erklärt Günter Freyhöfer. Seine Frau und er haben erst vor gut einem Jahrzehnt wieder zurück zur Kunst gefunden. Zwar haben beide schon immer gemalt, mit dem Renteneintritt ist die Leidenschaft für die Farben dann aber wieder neu entfacht. Sowohl die Stile als auch das, woraus die beiden ihre Inspiration ziehen, unterscheiden sich allerdings grundlegend – weshalb Arbeiten an einem gemeinsamen Werk auch nicht zustande kommen, erklärt Renate Freyhöfer. Das habe sich schon früh gezeigt, als die beiden noch ein Atelier in ihrem Haus eingerichtet hatten. „Da bin ich immer tagsüber malen gegangen, mein Mann ist eher eine Nachteule“, sagt Renate Freyhöfer, „so kommt man sich aber wenigstens nicht in die Quere“, ergänzt sie lachend. „Wir sind aber ja auch künstlerisch einfach komplett anders aufgestellt“, ergänzt ihr Mann.
Als Kind hat Renate Freyhöfer nach eigenen Angaben „alles bemalt, was mir in die Finger kam, selbst die Schulbücher“. Bei ihr hat sich schon mit nur acht Jahren ein besonderes Interesse für das menschliche Gesicht und ausgefallene Mimik sowie für Menschen aus Musik und Theater sowie anderen Kulturen ergeben: „Ich hatte schon damals eine Hörbehinderung und habe gelesen, gelesen und gelesen. Was anderes war nicht möglich.“ Dabei habe sie sich die Protagonisten der Geschichten vorgestellt und später angefangen, sie zu zeichnen. Besonders an Werken wie „The Rat Pack“ von Renate Freyhöfer ist diese Faszination zu erkennen. In anderen Bildern, die überwiegend mit Acryl, Öl, Gouache oder Pastellkreide entstehen, zeigt sie in Tier- und Landschaftsmotiven ihre Liebe zur Natur.
Ganz andere Inspirationen sind es bei ihrem Mann. Früher war er begeisterter Segler, die Faszination für die Boote und die Liebe zur See zeigt sich in seinen Bildern im expressionistischen oder spontanrealistischen Stil, für die er vor allem starke Farben nutzt.
An den Tagen, an denen die Ausstellung geöffnet ist, haben Besucher außerdem die Möglichkeit, die Künstler selbst zu treffen und in den Austausch über Werke, Inspirationen und Technik zu treten. „Natürlich schwatzen wir auch gerne mit Besuchern“, erklärt Günter Freyhöfer. Durch das benachbarte Kloster komme es immer wieder auch dazu, dass Menschen spontan von den Ausstellungen in der Galerie-Werkstatt erfahren. Manchmal sei es das erste Mal, dass sie eine solche Ausstellung erleben. „Der Großteil sind aber schon Menschen, die sich für Kunst interessieren“, meint Günter Freyhöfer.
Das Paar ist vor rund dreieinhalb Jahren über Bekannte auf den Verein aufmerksam geworden und kommt seitdem wöchentlich zum Malen nach Knechtsteden. Bis zum 30. August haben Besucher die Möglichkeit, die Werke des Neusser Ehepaars zu bewundern. Ab dem 22. August findet außerdem die Ausstellung „Mensch macht Kunst – Schimpansen auch?“ statt.