Minimalismus: Das sind die Trends und Regeln der viralen Seoul-Ästhetik.
Noch vor zwanzig Jahren war der Maximalismus in koreanischen Haushalten tonangebend: Vergoldungen, glänzende Oberflächen und ausschweifende, schwere Stoffe definierten den Stil der Stunde. Doch nach und nach fand ein Wandel statt, der jenen Regeln den Rücken zukehrte. Die Seoul-Ästhetik, die aktuell die Oberhand gewinnt, könnte unterschiedlicher nicht sein – und ist im Grunde genau das Gegenteil. Vorangetrieben durch soziale Medien, den Aufstieg von K-Dramen und K-Pop, definiert sich der Einrichtungsstil gerade komplett neu. Im Trend liegt, was schlicht, hell, gemütlich und aufgeräumt ist. Der Minimalismus hat hier zu alter und gleichzeitig neuer Kraft gefunden. Eben jener wird nämlich von neu interpretierten Traditionen begleitet, von bestimmten Materialien, die Teil der südkoreanischen Kultur sind, getragen und von bestimmten Formen beeinflusst. All das ist ein Sinnbild für die sich rasant entwickelnde Kultur des Landes. Von den minimalistischen Stilregeln Seouls können wir uns einiges abschauen – um Ruhe, Balance und formschöne Designs in unserem eigenen Zuhause zusammenzubringen.
Diese 7 minimalistischen Trends können wir uns von der viralen Seoul-Ästhetik abschauen
Denn muss Minimalismus nicht langweilig sein. Genau das beweisen jene Tipps und Tricks der Seouler einmal mehr. Es geht um „sinnvolle Leere“, um organische Möbel, Holz und Weiß(heit).
#1 Tradition modern interpretiert – junges, koreanisches Design
Es liegt Aufbruchsstimmung in der Luft: Längst haben junge Designer:innen in Seoul ein neues Zeitalter des Designs eingeläutet, das international Anklang findet. Einige der Kreativen stellen mittlerweile von Paris über New York bis Mailand aus. Jung-hoon Lees Möbelserie „Gwol“ greift dabei die zylindrischen Bauelemente traditioneller Hanok-Häuser in Korea auf und thematisiert durch rostiges Metall das Nebeneinander von Vergangenheit und Gegenwart. Auch Teo Yang gelingt es, koreanische Traditionen in die Gegenwart zu übersetzen. Weil die Natur eine große Rolle in seiner Kultur spielt, verweist seine Tapete für de Gournay auf die traditionelle Hwagye-Gartenkunst.

Rostiges Metall versus schimmerndes Metall: Die Tische von Jung-hoon Lee spielen auf die Zeit an – und die Bauweise der traditionellen Hanok-Häuser.
Junghoon Lee