Der Massombo-Boykott war vor dem heutigen Abendspiel der dritten Runde der Bundesliga-Saison 2026/27 zwischen dem SK Puntigamer Sturm Graz und SCR Altach (derzeit im Ligaportal-LIVETICKER) das vorherrschende Thema. SCRA-Stürmer Yann Massombo wollte nach dem gestrigen Abschlusstraining, an dem der 26-jährige Franzose noch teilnahm, die Reise in die Steiermark nicht mitmachen, weil Gegner Graz um seinen ehemaligen SCRA-Trainer Fabio Ingolitsch wohl Interesse an ihm bekundet hatte. Der Sturm-Cheftrainer sowie Verantwortliche aus beiden Klubs äußerten sich heute vor dem Match bei Sky zu der Causa.

Zuletzt beim 3:1-Heimsieg gegen die WSG Tirol feierte Yann Massombo noch mit Stürmerkollege Ousmane Diawara seinen Treffer zur 2:1-Führung. Auch im ÖFB-Cup in Runde eins war der französische Stürmer erfolgreich und erzielte in Leobendorf das 1:0-Goldtor.

Zaric: „…ethisch und moralisch nicht nachvollziehbar“

Nach Angaben des SCR Altach konnten auch Gespräche von Mitspielern Massombo nicht dazu bewegen, die Reise anzutreten. Der Klub nahm daraufhin öffentlich Stellung und verwies unter anderem darauf, dass der SK Sturm Graz bereits in fortgeschrittenen Gesprächen mit Massombo stehen soll.

SCR Altach: Stellungnahme zur „Massombo-SK-Sturm-Graz-Causa“

SCRA-Cheftrainer Ognjen Zarić machte keinen Hehl daraus, dass er den Vorgang kritisch bewertet:

„Jeder kann sich seine eigene Meinung dazu bilden. Ich habe eine ganz klare Meinung und ich glaube, dass es gut ist, wenn ich die zu gewissen Teilen für mich behalte. Es gibt einen Fall, der gestern passiert ist, den ich ethisch und moralisch nicht nachvollziehen kann. Ich verhalte mich immer sehr respektvoll als Trainer. Ich bin mir nicht sicher, ob das uns gegenüber gestern auch so vollbracht worden ist.“

Auch eine mögliche Befassung der zuständigen ÖFB-Gremien brachte der 37-Jährige ins Spiel. Der Fall müsse aus seiner Sicht detailliert geprüft werden. Gleichzeitig betonte der Serbe, dass letztlich der Spieler selbst entscheide, ob er zu einer Auswärtsfahrt antrete oder nicht.

Ingolitsch bestätigt Sturm-Interesse an Massombo

SK Sturm-Cheftrainer Fabio Ingolitsch kennt Yann Massombo noch aus seiner Zeit und meinte bei Sky:  „Er ist ein sehr interessanter Spieler für mich und für unseren Verein, das ist ganz klar. Speziell in dieser Phase momentan, gegen Ende der Transferperiode, ist es ja ‚part of the game‘, dass gewisse Spieler, die performt haben, Möglichkeiten und Chancen bekommen. Wir wissen, dass jetzt diese dynamische Phase losgeht, wo einfach viele Veränderungen und Möglichkeiten im Raum stehen“

Zum konkreten Verhalten Massombos wollte der 34-jährige Salzburger allerdings keine Bewertung abgeben. Die Angelegenheit sei eine interne Sache des SCR Altach. Sturm Graz habe darauf keinen Einfluss, wolle sich auch nicht einmischen und werde dies entsprechend nicht tun.

Dass Massombo beim Vizemeister beobachtet wird, bestätigte Ingolitsch dennoch ausdrücklich. Der Spieler sei nicht nur für Sturm, sondern auch für andere Vereine interessant. Nach dem Abgang von Ryan Fosso, der die Grazer am Freitag nach nur einem halben Jahr nach Belgien zu Standard Lüttich verlassen hatte, gilt der Franzose als einer der Kandidaten für dessen Nachfolge. Sturm habe ihn bereits über einen längeren Zeitraum im Blick.

Parensen kann Altacher Ärger verstehen

Auch SK Sturm-Sportchef Michael Parensen äußerte sich zur Situation. Der 40-jährige Deutsche verwies auf die bekannten Dynamiken einer Transferperiode und bezeichnete Massombo als interessanten Spieler, der in der vergangenen Saison in Österreich gute Leistungen gezeigt habe. Dass Ingolitsch den Spieler aus gemeinsamer Vergangenheit kenne, sei ebenfalls ein Fakt. Alles Weitere liege jedoch außerhalb des Einflussbereichs der Grazer, da es sich zunächst um eine Angelegenheit zwischen dem SCR Altach und dem Spieler handle.

Was den Spielerstreik und den damit verbundenen Altacher Ärger betrifft, seigt Parensen Verständnis: 

„Natürlich kann ich den Ärger irgendwo verstehen. Nichtsdestotrotz ist das die Transferperiode. Das ist die Phase, wo es heiß hergeht, das ist die Phase, wo mit Sicherheit Begehrlichkeiten kommen, wo es auch Themen gibt, die es zu besprechen gilt. Wir müssen damit umgehen, Altach muss damit umgehen, jeder andere Verein in Europa muss auch damit umgehen.“

„Für mich absolut erschreckend, dass einen Tag vor dem Spiel Anrufe vom Gegner an unseren Spieler kommen“

Philipp Netzer, SCRA-Sportdirektot:

„Es ist immer noch ganz schwierig, so was zu realiseren. Ich bin ja auch schon eine Zeit lang dabei und habe Kollegen gefragt, ob sie so etwas schon erlebt haben. Das Verhalten ist absolut nicht korrekt. Für mich absolut erschreckend auch, dass einen Tag vor dem Spiel Anrufe vom Gegner an unseren Spieler kommen. Nichts gegen Sturm Graz und den Verein, aber gewisse handelnde Personen sollten sich selbst mal hinterfragen.“

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