Stundenlang standen die Menschen in Wien vor dem Kunstforum Schlange, als im Jahr 2010 die erste umfassende Werkschau der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo in Österreich gezeigt wurde. 340.000 sollten die Ausstellung am Ende besucht haben – ein bis dato ungebrochener historischer Rekord.
Worin besteht die weltweite Faszination für ihre farbintensiven Bilder, viele davon Selbstporträts, die sie mit ernstem Blick, Oberlippenbärtchen und wuchtigen dunklen Augenbrauen zeigen? Darin, dass sie die verschiedensten Menschen anspricht, wie Tobias Ostrander im Magazin „Stern“ erklärt. Er ist Kurator von „Frida: The Making of an Icon“ in der Londoner Tate Modern, der ersten großen britische Kahlo-Schau seit über 20 Jahren: „Jede Gruppe identifiziert sich auf ihre Weise mit Frida Kahlo, viele verschiedene Gemeinschaften erkennen in ihr ein Symbol von Stärke und Resilienz.“