Und spätestens hier zeigt Juju, wie vielseitig dieses Album geworden ist. „Allein“ gehört zu den zugänglichsten und zugleich zentralsten Songs der Platte. Zwischen melodischem Refrain und Rap beschreibt sie, wie einsam sich Erfolg trotz Öffentlichkeit anfühlen kann. „Ich mache es allein“, singt sie immer wieder. Es geht um Druck, Selbstzweifel und Rückschläge – aber auch darum, sich von all dem nicht kleinmachen zu lassen. Verletzlich klingt die Rapperin hier durchaus. Schwach? Ganz und gar nicht. Dass sie in den vergangenen Jahren dann doch nicht völlig allein war, zeigt „Girls Night“. Der Track ist eine Liebeserklärung an jene Freundinnen, die geblieben sind, als es schwierig wurde. Nach all der Wut und Selbstanalyse wirkt das beinahe wie ein kurzer Befreiungsschlag: weniger Kampf gegen die Außenwelt, mehr Dankbarkeit für das eigene Umfeld.

Deutlich düsterer wird es wieder bei „Shorty“. Auch dieser Song bleibt mit rund zweieinhalb Minuten kompakt, inhaltlich hat er es dafür umso mehr in sich. Unsicherheiten, Überforderung und psychischer Abgrund. „Sie will weg, sie will raus“, heißt es darin. Das dazugehörige Video verstärkt diesen Eindruck noch: Die Künstlerin ist darin unter anderem in einer laborartigen Umgebung zu sehen, verkabelt und beinahe wie ein Untersuchungsobjekt. Der Song macht deutlich, wie eng persönlicher Druck und der Druck der Musikbranche bei ihr inzwischen miteinander verwoben sind.