
AUDIO: Dieter Hecking neuer Trainer des VfL Wolfsburg (1 Min)
Bundesliga
Stand: 08.03.2026 17:05 Uhr
Tabula rasa beim VfL Wolfsburg: Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist hat zum zweiten Mal in dieser Saison seinen Trainer entlassen. Einen Tag nach der 1:2-Pleite im Nordduell mit Aufsteiger HSV wurde Daniel Bauer mit sofortiger Wirkung freigestellt. Auch Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen muss gehen. Neuer Coach wird Dieter Hecking.
Der Werksclub reagierte damit auf die rasante Talfahrt nach dem Jahreswechsel. Von den zehn absolvierten Partien in 2026 konnten die Niedersachsen nur eine gewinnen – sieben Begegnungen verloren sie. Der durch die Negativserie resultierende Absturz auf den vorletzten Tabellenplatz kostete Bauer und Christiansen nun den Arbeitsplatz.
Als „Retter“ wurde der frühere Wolfsburger Erfolgscoach Dieter Hecking verpflichtet. Der 61-Jährige hatte die „Wölfe“ bereits von 2013 bis 2016 betreut und 2015 mit ihnen den DFB-Pokal gewonnen. Zuletzt war der Trainer-Routinier beim VfL Bochum angestellt. Den Bundesliga-Abstieg des Ruhrpott-Clubs konnte Hecking aber nicht verhindern. Nach einem schwachen Start in die Zweitliga-Serie wurde er Mitte September des vergangenen Jahres beim VfL beurlaubt.

Fußball-Bundesliga
Nach der 1:2-Pleite im Heimspiel gegen die Hamburger dürfte es eng werden für den Wolfsburger Coach. Der HSV ist derweil aus dem Gröbsten raus.
Hecking setzt auf „Qualität und Energie“ des VfL
„Dieter Hecking bringt genau die Erfahrung mit, die wir in der aktuellen Situation brauchen. Er kennt den Verein, das Umfeld und auch die Anforderungen der Bundesliga sehr genau. Wir sind überzeugt, dass er der Mannschaft mit seiner Ruhe, seiner Expertise und seiner klaren Linie die nötige Stabilität geben wird, um unser gemeinsames Ziel, den Klassenerhalt, zu erreichen“, erklärte VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler.
Der Coach selbst schwärmte von der „Qualität und Energie, die in diesem Verein steckt“ und sagte mit Blick auf den Abstiegskampf: „Jetzt gilt es, den Fokus voll auf die kommenden Aufgaben zu richten und gemeinsam alle Kräfte zu bündeln, um in der Bundesliga zu bleiben.“
Bauer nach Beförderung zum Chefcoach glücklos
Hecking ersetzt den glücklosen Bauer, der die „Wölfe“ erst im vergangenen November übernommen hatte. Nach der Entlassung von Coach Paul Simonis betreute der vormalige U19-Coach das Bundesliga-Team zunächst interimsmäßig. Nach zwei Siegen und einem Remis unter seiner Regie in vier Spielen wurde Bauer zum Chefcoach befördert.
In den darauffolgenden elf Begegnungen gelang dann nur noch ein schmeichelhafter 2:1-Erfolg gegen den FC St. Pauli. Viel zu wenig für die Ansprüche des Meisters von 2009, der nun die Reißleine zog.
„Diese Entscheidung ist uns alles andere als leichtgefallen. Wir haben gehofft, die Wende gemeinsam hinzubekommen. In der Analyse der Gesamtsituation sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir der Mannschaft einen neuen Impuls geben müssen, um den Klassenerhalt zu schaffen“, so Schwegler.

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick.
Kaderzusammenstellung größter Krisengrund
Die 1:2-Niederlage am Sonnabend gegen den HSV brachte das Fass zum Überlaufen. Nach dem Schlusspfiff kam es zu einer Rudelbildung von Spielern auf dem Rasen, der Wolfsburger Ersatztorwart Marius Müller sah die Rote Karte. Im Fanblock des VfL wurde Pyrotechnik gezündet, einige Fackeln flogen auch Richtung Platz.
Schwegler kündigte etwas später Entscheidungen für den Sonntag an. Die wichtigste ist nun zum Leidwesen von Bauer getroffen, der an der Misere fraglos nicht allein die Schuld trägt. An dem schwach zusammengestellten Kader biss sich bereits Vorgänger Simonis die Zähne aus.
Die Hauptverantwortung für Transfers trug seit Juni 2024 Christiansen. Der Däne lag mit vielen Personalentscheidungen falsch und stand deswegen schon länger in der Kritik. Nun wurde auch dem 51-Jährigen die sportliche Talfahrt zum Verhängnis. „Als Geschäftsführer Sport hat er den personellen Umbruch im Frauenfußball gemeinsam mit unserer sportlichen Leitung erfolgreich gemeistert. Bei den Männern fehlten leider die sportlichen Ergebnisse. Deswegen haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Sebastian Rudolph.

Bundesliga
Die Folgen von falschen Management-Entscheidungen mit Geschäftsführer Peter Christiansen an der Spitze führen den Club in eine tiefe Krise.
Der vom Mutterkonzern Volkswagen dominierte Aufsichtsrat griff damit so stark durch wie seit dem Frühjahr 2011 nicht mehr. Damals verloren der Geschäftsführer Dieter Hoeneß sowie Interimstrainer Pierre Littbarski auf einen Schlag ihre bisherigen Jobs. Für sie kehrte mitten im Abstiegskampf der Wolfsburger Meistertrainer Felix Magath noch einmal zurück. Wie es nach dem Aus von Christiansen in der sportlichen Leitung weitergeht, steht noch nicht fest.
Schwere Aufgaben für VfL in den kommenden Wochen
Fraglich bleibt, ob das Team nach dem Personalbeben nun noch die Kurve bekommt. Die Gegner in den kommenden Wochen (Hoffenheim, Werder, Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt) sind mit Ausnahme von Nordrivale Werder alle Europapokal-ambitioniert. Der Klassenerhalt dürfte für den Meister von 2009 ein ganz hartes Stück Arbeit werden.

Fußball-Bundesliga
Der bisherige Interimscoach wird zum Chef befördert. Damit ist die letzte Baustelle in der sportlichen Leitung bei den Niedersachsen geschlossen.

Fußball-Bundesliga
Der erst im Sommer verpflichtete Niederländer ist am Sonntag von seinen Aufgaben beim Fußball-Bundesligisten entbunden worden.