
„Unter Tieren“: Schweine-Klagechor bei Jelinek
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APA/BARBARA GINDL
Mit Standing Ovations ist am Sonntag auf der Halleiner Perner-Insel die letzte große Premiere der diesjährigen Salzburger Festspiele zu Ende gegangen. Dreidreiviertel Stunden dauerte die Uraufführung von Elfriede Jelineks „Unter Tieren“ – um 45 Minuten kürzer als die vor drei Monaten ebenfalls von Nicolas Stemann am koproduzierenden Burgtheater eingerichtete „Urlesung“, von der vieles übernommen wurde. Neu ist etwa ein längerer KI-Teil – samt computeranimiertem Peter Thiel.
Man verhandle um eine Zuschaltung des umstrittenen Techmilliardär, der bei den Wiener Festwochen nach Kritik wieder ausgeladen wurde, hatte der Regisseur vor wenigen Tagen in einem Pressegespräch erklärt. Daraufhin sah sich Intendantin Karin Bergmann zu einem Dementi genötigt. Thiel ist nun zweifach in der Inszenierung vertreten: als Pappkamerad, der sich mit Sebastian Kurz (ebenfalls ein Darsteller mit Papiermaske) mehrfach innig umarmt, sowie als „Gesprächspartner“ am Bildschirm, der mit blecherner Stimme und zuckenden Mundwinkeln Stemann Auskunft über seine erlittenen Kränkungen und die über ihn verbreiteten Unwahrheiten gibt: „Geld ist egal“, versichert die Computerfigur, „Ich will nur in Frieden leben.“