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Düsseldorf (NRW) – Hierzulande zählen sie zu den Ersten, die mit YouTube zu Stars wurden: Dagi Bee (31) und LiontTV (33). In den Anfangsjahren war vieles noch harmlos. Doch mit wachsendem Ruhm entwickelte sich eine Dynamik, die ihnen über den Kopf wuchs. Nun sprechen beide über Fan-Stress und Momente, die sie körperlich wie seelisch an ihre Grenzen brachten.
Von 2011 bis 2015 galten Dagmar Kazakov und Timoteo Gonzalez, wie sie bürgerlich heißen, als Traumpaar auf YouTube. Im Podcast „Rewind by Liont & Ricksher“ blicken sie jetzt nicht nur auf ihr Liebes-Aus zurück, sondern auch auf den Preis ihres rasanten Aufstiegs.

Früher war nicht alles besser – vor der Kamera strahlten Dagi Bee und LiontTV damals trotzdem für ihre Fans
Foto: lionttv/Instagram
Dagi Bee: Fan küsste sie einfach auf den Mund
Vor allem Fans hätten oft die Grenze überschritten. „Du wurdest auf den Mund geküsst“, erinnert sich Timo an Übergriffe auf Dagi. Die erinnert sich lebhaft daran. Das Ganze sei bei einem Fantreffen passiert. Die Person habe die Nähe missbraucht und seine Lippen auf die von Dagi gedrückt. Über diese Situation hatte Dagi Bee schon 2015 gesprochen. Damals sagte sie dem „Spiegel“: „Das hat mich schockiert. Wie kommen Leute darauf, einen fremden Menschen zu küssen? Die denken sich, wir sind Freunde, aber letztlich kennt man sich ja nicht. Manche meiner Fans sind so jung, dass die das nicht verstehen.“ In einer Fragestunde auf Instagram hatte sie zu dem Vorfall ergänzt, dass sie sich sofort danach den Mund ausgespült habe. Inzwischen habe sie gelernt, sich zu schützen, so Dagi im Gespräch mit LiontTV.

2018 heirateten Eugen und Dagi. 2021 wurde ihr Sohn Nelio geboren. Dagi zeigt sein Gesicht nicht auf Social Media
Foto: dagibee/Instagram
YouTube-Star verließ Wohnung nur nachts
Der Fanrummel habe damals ihr Leben massiv beeinflusst. „Ich war die ganze Zeit nur in der Wohnung, bin halt nur nachts irgendwo hingefahren, weil ich Angst hatte, dass die Leute mich verfolgen“, erzählt Dagi. Anhänger hatten zuvor heimlich Fotos von ihr und ihrem heutigen Ehemann Eugen (31, heirateten 2018) gemacht, mit dem sie damals gerade erst zusammenkam.
Aber nicht nur Fans hätten Grenzen überschritten, ebenso sei es innerhalb der Branche hinter den Kulissen hart zugegangen. Besonders extreme Situationen habe es auf Events und Touren gegeben. „Man hat uns einfach als Produkt dahingestellt“, sagt Dagi. Timo zieht einen drastischen Vergleich: „Wie eine Pokémonkarte. Wir waren wie Karten, die man sammeln konnte.“ Tausende Fans zu begrüßen und zu umarmen, stundenlang ohne Pause, habe ihn völlig ausgelaugt: „Hattest du auch voll oft das Gefühl ‚Ich kippe hier gleich um‘, wenn man da so drei, vier Stunden stand?“