Ein Kind und ein alter Mann gehen die Treppe hinauf

AUDIO: Fernsehtipp: „Der Buchspazierer“ im ARD Sommerkino (3 Min)

Stand: 17.08.2026 14:20 Uhr

Von bissig bis warmherzig, vom Drama bis zur Komödie reicht die Bandbreite beim ARD-Sommerkino. Es läuft heute letztmals um 20.15 Uhr im Ersten. Einige Filme sind auch in der ARD Mediathek abrufbar.

von Walli Müller

„Der Buchspazierer“: Finale des Sommerkinos mit warmherziger Bestsellerverfilmung

Den Abschluss beim „Sommerkino im Ersten“ am 17. August macht Christoph Maria Herbst als „Der Buchspazierer“. In märchenhafter Kleinstadtkulisse finden hier ein einsamer Buchhändler und ein mutterloses Mädchen zueinander.

– Ich sehe Dich immer aus dem Fenster unserer neuen Wohnung. Du bist der Buchspazierer.
– Wenn Du mich kennst, weißt Du sicher auch, dass ich immer alleine gehe.
– Gut, dann gehst Du alleine, und ich geh‘ alleine daneben.

Filmszene

Das Mädchen Schascha zaubert, wie einst die Heldin der „Fabelhaften Welt der Amelie“, ein wenig Freude ins triste Dasein der „Buchspazierer“-Kundschaft und in den fußballfreien Fernseh-Sommer.

„Die Fotografin“ mit Kate Winslet am 3. August

Kate Winslet spielt Lee Miller, die in den 1930er-Jahren als Fotomodell weltberühmt ist. Eines Tages aber nimmt sie lieber selbst die Kamera in die Hand und zieht in Stiefeln und Tarnanzug als Kriegsreporterin in den Zweiten Weltkrieg.

Gegen die Regeln des britischen Militärs boxt sich „Die Fotografin“ bis zur vordersten Front durch und schießt Fotos, die die Welt bewegen. Lee Millers fotografische Arbeiten prägten zunächst die glamouröse Welt der Haute Couture und führten später, nach 1945, den Menschen die unmittelbare und grausame Realität des Dritten Reichs vor Augen.

Filmszene: Die Fotografin Lee Miller (Kate Winslet) in der Badewanne des Führers.

Lee Miller wurde in den 1920er-Jahren als Model berühmt, im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie als Kriegsreporterin an der Front.

„Wochenendrebellen“: Gute-Laune-Film mit Florian David Fitz

Vater und Sohn teilen ein besonderes Hobby: Jeden Samstag bereisen sie ein anderes deutsches Fußball-Stadion. So verbringt der Papa, gespielt von Florian David Fitz, mehr Zeit mit dem zehnjährigen Jason. Der Junge lebt mit Asperger-Autismus und eckt in der Schule oft an. Er will sich einen Lieblings-Verein suchen, hat dafür allerdings strenge Kriterien.

Die Spieler dürfen nicht zu viele bunte Schuhe tragen. Es darf nicht alles voll mit Werbung sein. Es dürfen keine Nazis unter den Fans sein. Die Spieler dürfen keinen Einschwörungskreis machen.

Filmzitat

Auf amüsante Art lernt man hier zu verstehen, wie ein Kind mit Asperger die Welt wahrnimmt. Und wie der Umgang damit Eltern, Lehrer und Mitschüler herausfordert. „Wochenendrebellen“ basiert auf einer wahren Geschichte und funktioniert sehr gut als Gute-Laune-Film mit ernsthaftem Kern.

„Oh la la: Wer ahnt denn sowas“: Eine belgisch-französische Komödie

Eine junge Frau und ein älterer Mann sitzen zusammen am Esstisch.

Zwischen Frédéric Bouvier Sauvage (Christian Clavier, r.) und Tochter Alice (Chloé Coulloud, l.) wird es kompliziert.

Die Hauptrolle hat „Monsieur Claude“-Darsteller Christian Clavier und der schert sich wie gewohnt nicht um „Political Correctness“. Ausgang der Komödie ist eine Liebesgeschichte. Die Tochter aus reicher Adelsfamilie, Alice Bouvier-Sauvage (Chloé Coulloud) und der Sohn eines Autohändlers, François Martin (Julien Pestel) wollen heiraten, haben aber vorher die fatale Idee, mit einem Gentest heimlich die Herkunft ihrer Vorfahren festzustellen.

Dabei kommen Dinge heraus, die die Eltern des Brautpaares erschüttern. Ist der Vater des Bräutigams etwa zur Hälfte Deutscher? Stammt jemand in der Familie womöglich vom englischen Königshaus ab? An diesen Fragen eskaliert ein Familientreffen, bis die Fetzen fliegen.

„Kleine schmutzige Briefe“: Herrlich bissige englische Komödie

Olivia Colman sieht sich in den 1920er-Jahren einer frühen Form von „Shitstorm“ ausgesetzt. Täglich flattern ihr Briefe ins Haus, in denen sie aufs Gröbste beleidigt wird.

Du gehörst in die Hölle. Und Du bist außerdem ein stinkendes Miststück.

Filmzitat

Der Verdacht fällt auf die alleinerziehende Mutter nebenan, gespielt von Jessie Buckley, die kürzlich für „Hamnet“ den Oscar bekommen hat. Es geht um Verleumdung und Heuchelei der schlimmsten Sorte in dieser herrlich bissigen englischen Komödie.

„Die leisen und die großen Töne“: Zauberhafte Komödie über zwei Brüder

Das Tragikomische überwiegt beim „Sommerkino im Ersten“. In „Die leisen und die großen Töne“ etwa steht beim Hobby-Posaunisten Jimmy plötzlich ein berühmter Dirigent vor der Tür, der behauptet, sein Bruder zu sein.

Thibaut: Ich habe vor zwei Wochen erfahren, dass ich Leukämie habe.
Jimmy: Verdammt.
Thibaut: Ja, und um das zu überstehen, brauche ich dringend eine Rückenmarktransplantation. Obendrein hab ich erfahren, dass ich adoptiert bin.
Jimmy: Verdammte Scheiße. Ja und?
Thibaut: Ich brauche dringend einen Spender, einen Bruder. Und dieser Bruder sind Sie.

Filmzitat

Schwer vorstellbar für Jimmy, der von einfachen Leuten adoptiert wurde, während sein Bruder Thibaut in einem Bildungsbürgerhaushalt landete und von Kindesbeinen an musikalisch gefördert wurde. Das gemeinsame Musiker-Gen schafft schließlich eine Verbindung in diesem zauberhaften französischen Film.

„Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“: Ungewöhnliches Roadmovie

Harold Fry (Jim Broadbent) steht in einer roten Telefonzelle und telefoniert.

Gut 1.000 Kilometer legt Harold Fry (Jim Broadbent) auf seiner Reise zurück – in schlechtem Schuhwerk, wohlgemerkt.

Der Film erzählt die Geschichte von einem skurrilen Wandersmann. Gut 1.000 Kilometer zu Fuß legt der hochbetagte Brite in schlechtem Schuhwerk zurück. Er wandert von Süd- nach Nordengland, um eine kranke alte Freundin zu besuchen. Nebenbei läuft er damit seiner scheintoten Ehe davon und löst einen Medien-Hype aus.

Vor der malerischen englischen Landschaft geht es mit großer emotionaler Authentizität um das Loslassen von Altlasten und die Kraft der Hoffnung. Penelope Wilton veredelt an der Seite von Jim Broadbent das ungewöhnliche Roadmovie.

Szene aus dem Film "Der Buchspazierer"

Der Film ist – ähnlich wie der Bestseller von Carsten Henn – voller Querverweise auf die große Weltliteratur.

Zwei Eimer Popcorn vor pinkem Hintergrund.

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Szene aus dem Film "Auf zwei Rädern": Zwei Männer stehen am Strand, einer umarmt den anderen von hinten.

Die therapeutische Wirkung des Unterwegsseins preisen aktuell gleich zwei französische Kinofilme.

Drei junge Frauen sitzen in einem Kinosaal nebeneinander und essen Popcorn.

Beim Tribeca Film Festival spaltet ein neues Projekt die Gemüter. Namhafte Regisseure fordern klare Grenzen für die Technologie.

Szene aus dem Film "Etwas ganz Besonderes": Zwei junge Frauen musizieren nebeneinander auf einer Bühne

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Szene aus dem Film "27.000 Leben": Zwei Menschen in Rettungswesten im stürmischen Wasser.

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Szene aus dem Film "The Piano Tuner": Ein Mann konzentriert sich darauf, einen Tresor zu öffnen, indem er vorsichtig den Zahlencode dreht.

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