Es sind dystopische Bilder: breite Flammenwände, verzweifelte Feuerwehrleute, Menschen, die aus ihren Ortschaften fliehen müssen.

In ganz Europa sind diesem Sommer verheerende Waldbrände ausgebrochen, teils sind sie immer noch nicht gelöscht. Die Folgen der Klimakrise – große Hitze, lang anhaltende Dürre – befeuern im wahrsten Sinne des Wortes das Geschehen. Mehr als 1700 Feuer wurden in diesem Jahr schon bis Mitte August in Europa laut des Europäischen Waldbrand-Informationssystems Effis gezählt: mehr als doppelt so viele wie im langjährigen Mittel.

Deutschland

Der Brand im Hürtgenwald  Kreis Düren NRW  breitet sich hinter der Ortschaft Birgel mit der Pfarrkirche Sankt Martinus aus. Brand im Hürtgenwald *** The fire in the Hürtgenwald, Düren County, North Rhine-Westphalia, is spreading behind the village of Birgel, where the St. Martinus parish church is located. Fire in the Hürtgenwald

© imago/Manngold

In der Eifel brannte es im Hürtgenwald. Es war der größte Waldbrand in der Geschichte NRWs.

Rund 1800 Menschen mussten evakuiert werden, am Sonntag erst wurde der Brand unter Kontrolle gebracht.

Im benachbarten Belgien brennt es dagegen immer noch.

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Belgien

A drone view shows smoke rising from burnt fields and forests during a wildfire near Waimes, in the High Fens (Hautes Fagnes) region, Belgium August 16, 2026. REUTERS/Yves Herman     TPX IMAGES OF THE DAY

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Dort ist das Naturschutzgebiet Hohes Venn betroffen.

Belgian firefighters work in a forest affected by a wildfire in Waimes, in the High Fens (Hautes Fagnes) region, Belgium, August 17, 2026. REUTERS/Yves Herman

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Das Löschen ist besonders schwierig, weil es sich um ein Torfmoor handelt.

Die Nachlöscharbeiten dürften lange dauern, denn der Torf kann unter der Oberfläche weiterglimmen. Scheinbar gelöschte Brände können dort auch nach Wochen oder Monaten wieder aufflammen.

Auch hier ist es der größte Waldbrand in der jüngeren Geschichte Belgiens. Die Flammen breiteten sich fast bis an die Grenze zu Deutschland aus, auch im Städtchen Monschau mussten Menschen ihre Häuser verlassen. Aktuell werden Anwohnende vor Rauchgasen gewarnt, zu riechen ist der Brand bis Frankfurt am Main und Köln.

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Frankreich

TOPSHOT - A firefighter watches a fire truck drive in as a wildfire rages through the Landes forest in Luglon, southwestern France, in the early hours of August 14, 2026. The fire that broke out on August 13, 2026 in the Landes forest has now spread across 400 hectares, and 400 people "are being evacuated as a precautionary measure", according to the prefecture of this south-western department. (Photo by ROMAIN PERROCHEAU / AFP)

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Südlich von Bordeaux brachen letzte Woche neue Waldbrände in den ausgetrockneten Kiefernwäldern aus. 650 Menschen wurden evakuiert.

This photograph shows vines burnt by recent wildfires, in the vineyards of the Correns winegrowers’ cooperative in Correns, Var department, Provence-Alpes-Côte d’Azur region, on August 17, 2026. (Photo by Miguel MEDINA / AFP)

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Auch in Südfrankreich wüten Feuer und zerstören nicht nur tausende Hektar Wald, sondern auch Weinfelder, wie hier in der Region Var.

Frankreich litt in diesem Jahr besonders unter Bränden. Im feuchten Winter und Frühjahr spross die Vegetation, sie trocknete im Sommer extrem aus und wurde leicht entflammbar. Im Juli fraß sich ein riesiges Feuer durch großflächig mit Seekiefern bewachsene Gebiete in der Gironde und erzeugte durch die aufsteigende heiße Luft sogar eigene Gewitterwolken. Es vernichtete bis zum Ende des Monats 42.000 Hektar Wald. Im ganzen Land sind inzwischen mehr 125.000 Hektar verbrannt, über 200.000 Menschen mussten zwischenzeitlich ihre Häuser verlassen.

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Spanien

A firefighters' helicopter loads water in a swimming pool in Santa Cruz de la Seros, in the Spanish northeastern province of Aragon on August 17, 2026 amid a wildfire that burnt 16,600 hectares. A Spanish soldier died on August 16, 2026 while helping efforts to extinguish a major wildfire in the northeastern region of Aragon. The fire that has raged for a week threatened a 1,000-year-old monastery, sheltering the bones of the first Aragonese kings, founders of the Kingdom of Aragon. (Photo by Oscar DEL POZO / AFP)

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In der nordöstlichen spanischen Provinz Aragon schöpft ein Helikopter Löschwasser aus einem Pool. Im August waren dort mehrere Großfeuer ausgebrochen.

Smoke rises from a forest fire as people gather at Orzan Beach ahead of a total solar eclipse at sunset, in A Coruna, Galicia, Spain, August 12, 2026.  REUTERS/Maria Alejandra Cardona

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Auch im chronisch brandgefährdeten Galicien flammt es immer wieder auf. Die Brände werden jedoch oft schnell unter Kontrolle gebracht.

Auf der iberischen Halbinsel könnte dieses Jahr ein Rekordjahr werden. Satellitendaten zeigen, dass schon jetzt in Spanien über 275.000 Hektar Flächen verbrannt sind. Nach verheerenden Bränden rund um Madrid im Juli brach im August ein Großfeuer in Huelva aus, das 40.000 Hektar verschlang.

Urlaub in Flammen „Plötzlich ging alles rasend schnell“

Als Ursache für die prekäre Lage gilt in Spanien neben dem Klima auch die Landflucht: Die traditionelle Beweidung mit Schafen und Ziegen geht zurück und die Landschaft verbuscht. Das bietet dem Feuer leicht brennbares Material.

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Wales und England

Local residents chat on the street as smoke rises from burning moorland near a residential area, south of Ebbw Vale in south Wales on August 15, 2026. Around 200 military personnel have been deployed to a large area across South Wales to help battle wildfires. (Photo by JUSTIN TALLIS / AFP)

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Bei Ebbw Vale gibt es die schwersten Waldbrände von Wales, die zudem schwer zu löschen sind: Torfschichten brennen unter der Oberfläche weiter.

An aerial view shows members of the fire service working on the site of a group of fire-damaged houses, south of Stourbridge town centre in central England on August 14, 2026. Firefighters continued Friday to extinguish wildfires that began on August 13, tearing through several homes, with residents evacuated and "extensive" damage reported. (Photo by Darren Staples / AFP)

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Vor wenigen Tagen brach bei Stourbridge in Mittelengland ein Feuer aus, das 19 Häuser komplett zerstörte.

In England und Wales wurden seit Jahresbeginn laut der britischen Behörden mehr als 1100 Brandherde aufgezeichnet – ein Rekord für diesen Zeitraum. In Wales kämpft das Militär gegen die Feuer. Das Geschehen versetzt das Land in Aufruhr: Premierminister Andy Burnham bezeichnete das Vereinigte Königreich als „Zunderbüchse“ und kündigte erstmals die Anschaffung von Löschflugzeugen an.

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Kroatien

TOPSHOT - This photograph shows a wooden area engulfed in flames during a raging wildfire near the town of Omis, some 30 kilometres south of Split on August 14, 2026. Croatian firefighters battled overnight with "one of the worst" wildfires in the country's history, authorities said on August 14, 2026, as flames engulfed homes and injured 19 people on the coast. Hundreds were forced to evacuate from villages near the town of Omis as the fire, which had begun in a settlement of Lokva Rogoznica, ripped through the surrounding hills. (Photo by MIROSLAV LELAS / AFP)

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Dramatische Flammen in der Nähe der kroatischen Küstenstadt Omiš (bei Split).

TOPSHOT - This photograph shows burnt cars on a road after a wildfire near the town Omis, some 30 kilometres south of Split, on August 14, 2026. Croatian firefighters battled overnight with "one of the worst" wildfires in the country's history, authorities said on August 14, 2026, as flames engulfed homes and injured 19 people on the coast. Hundreds were forced to evacuate from villages near the town of Omis as the fire, which had begun in a settlement of Lokva Rogoznica, ripped through the surrounding hills. (Photo by MIROSLAV LELAS / AFP)

© AFP/Miroslav Lelas

Mehrere Autos brannten aus, Gebäude wurden zerstört.

Angetrieben von starkem Wind breitete sich in den vergangenen Tagen an der kroatischen Adriaküste ein dramatisches Feuer aus. Teile von Omiš waren zeitweise ohne Strom, die Küstenstraße gesperrt. Es gab mindestens einen Toten, mehrere Personen mussten in Split mit teilweise schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Viele Touristen wurden in Notunterkünften untergebracht.

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Griechenland

FILE PHOTO: Firefighters battle a wildfire near the Agia Paraskevi village, Greece, August 2, 2026. REUTERS/Stelios Misinas/File Photo

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Einsatz der Feuerwehr auf der Kykladen-Insel Skyros …

A drone view of a fire-damaged house among burned trees following a wildfire in Peristeria area, Salamina island, near Athens, Greece, August 17, 2026. REUTERS/Stelios Misinas

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…. ein zerstörtes Haus auf der Insel Salamis im Saronischen Golf vor Athen.

Dort mussten Hunderte Einheimische und Touristen aufs Festland fliehen. Griechenland gehört immer wieder zu den Ländern, in denen Waldbrände besonders wüten.

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Eine verheerende Sommerbilanz: In ganz Europa verbrannten in diesem Jahr bis Mitte August fast 600.000 Hektar Land, mehr als doppelt so viel wie im langjährigen Mittel. Das entspricht der Fläche des gesamten Schwarzwalds.