Kunstprojekt „Stadt-Land-Wand“: Fieberbrunn hat ein neues Kunstwerk. Der Innsbrucker Maximilian Prantl alias HNRX steht hinter dem Werk. Dem Kitzbüheler Anzeiger gibt der international tätige Künstler spannende Einblicke in sein Schaffen.

Das Werk in Fieberbrunn ist Teil des Projektes „Stadt-Land-Wand“, was hat es damit auf sich?

Das ist ein Projekt der Lebensraum Tirol Gruppe. Auf meine Initiative hin haben wir eine tirolweite Ausschreibung gemacht und dafür konnten sich Dörfer, Ortschaften und Städte bewerben. Das ist quasi eine Kampagne der Tirol Werbung, für die sieben Ortschaften ausgewählt wurden.

Dort wurde mit den Leuten vor Ort gesprochen und Informationen über Eigenheiten, Besonderheiten und Erzählenswertes vom Dorfleben gesammelt. Viele Recherchen habe ich auch selbst betrieben, da kamen interessante Fakten über Dorfmythen, Sagen, Persönlichkeiten zusammen. Diese ganzen Informationen sind in die jeweiligen Wandbilder geflossen.

In Virgen waren wir vor Fieberbrunn, das war die erste Ortschaft, dann Fieberbrunn und jetzt folgen Imst, Inzing, Kematen, Going und Hall.

Du bist in allen Orten der ausführende Künstler?

Ja, und ich bin auch ganz frei in der Gestaltung, ich kann mir die Inspirationen rauspicken, die mich interessieren.

Erzähl ein bisschen von dem Gemälde in Fieberbrunn! In Fieberbrunn war das sehr interessant.

Wolfgang Schwaiger, der sehr viel weiß, historisch und kunstgeschichtlich, hat mir viel erzählt. Der Name der Ortschaft hat zwei mögliche Ursprünge, es gibt die Sage der Margarete Maultasch, die durch das heilende Wasser von einem Fieber geheilt wurde.

Das steht da auch groß in meinem Werk, das „Fieber“ B, das ist so eine Spielerei. Ich arbeite viel mit Typographie. Es gibt noch diese kleinen Elemente: der Brunnen, sehr skizzenhaft und abstrakt, das „Glückauf“, die zwei Hämmer als Logo der Bergarbeiter unten links, weil Fieberbrunn auch lange Zeit ein Bergarbeiterort war. Unten befindet sich noch ein kleines Blatt, sinnbildlich für die Natur, die in Fieberbrunn ein großer Wirtschaftszweig ist. Nicht nur durch den Skisport, sondern generell durch den Tourismus. Im Hintergrund erscheinen ganz viele Punkte.

Meine Werke kommen alle aus dem Skizzieren, aus dem Malen und werden dann digitalisiert und in ein Wandbild verwandelt. Ich bin eigentlich ein Zeichner. Im Hintergrund sind Teile einer Zeichnung, das sind große Blumen, die nicht sofort erkennbar sind, sehr abstrakt und unscharf.

Die Punkte fügen sich zusammen, je weiter man weg geht, desto klarer werden die Formen. Das ist also eine Art unscharfer Blumenstrauß.