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Klaus Kainz
Ein freiberuflicher Schreiber für Chronik-Themen, manchmal auch Kultur. Vor allem aber ist er faszinierter Zocker seit mehreren Jahrzehnten. Denn Resident Evil ist intensiver als jeder Horrorfilm, Bloodborne oder Metroid Prime immersiver als jeder Fantasy-Roman – und Dampf ablassen geht kaum besser als mit Streets of Rage oder Ninja Gaiden.

Mit 70 Jahren hängt Warren Spector den Hut an den Nagel. Er gilt als Erfinder von PC-Klassikern wie Thief oder Deus Ex, die besonders bei der Entscheidungsfreiheit neue Maßstäbe gesetzt haben. Auch wirkte er an der revolutionären Ultima-Serie mit. Der letzte große Wurf, System Shock 3, blieb nach Entwicklungsschwierigkeiten aber aus. Auf der Plattform LinkedIn gab der RPG-Pionier seinen Rückzug aus der Spielentwicklung bekannt – mit offenkundig gemischten Gefühlen.

System Shock 2 Remake - (C) Nightdive Studios

System Shock Remake – (C) Nightdive Studios

Eigentlich hätte Spector noch Ideen für Spiele gehabt, wie er postete. “Es gibt drei Spiele, die ich noch gerne entwickeln würde. Eines ist sehr groß, eines ist sehr klein, und bei einem weiß ich nicht, wie ich es umsetzen soll”, so der Deus-Ex-Erfinder (via LinkedIn). Das Problem sei aber der Zustand der Spieleindustrie. Es mache ihm “keinen Spaß mehr” und außerdem würde nun die “neue Generation von Entwicklern ihren großen Auftritt verdienen.”

Warren Spector verlässt Spielindustrie mit großem Portfolio – aber ohne System Shock 3
Mickey Disney Epic Mickey: Rebrushed © THQ Nordic, Screenshot by DailyGame Nintendo Switch

Mickey Disney Epic Mickey: Rebrushed © THQ Nordic, Screenshot by DailyGame Nintendo Switch

Schon zuvor habe Spector an den Ruhestand gedacht, aber diesmal sei die Entscheidung final. “In einem Monat bin ich seit 44 Jahren als Entwickler tätig”, erklärt der Entwickler weiter. “Ich hatte die Gelegenheit, an Tabletop-Rollenspielen und Brettspielen mitzuarbeiten. Ich habe an mehr digitalen Spielen gearbeitet, als ich mich erinnern kann”.

2010 brachte Warren Spector das düstere Jump ‘n’ Run Epic Mickey auf den Weg, zwei Jahre später erschien das Sequel. Kurz darauf schloss Disney allerdings das zuständige Studio, wobei 2024 ein Remaster des Erstlings erschien. Danach sollte es mit dem nächsten großen Hit nicht mehr ganz klappen. Bei OtherSide Entertainment wollte er unter anderem mit System Shock 3 zu seinen Wurzeln zurückkehren. Nach Finanzierungsproblemen übernahm Tencent das Projekt. Der chinesische Konzern hält statt den ursprünglichen Entwicklern die Rechte an System Shock 3, veröffentlichte seit 2020 jedoch keine Updates mehr.


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