
AUDIO: „Lanterns“: Wenn Superhelden plötzlich zu alt für den Beruf werden (4 Min)
Stand: 18.08.2026 18:25 Uhr
Superhelden sind normalerweise jung, gut gebaut, retten die Welt in großen Schlachten. Die neue HBO-Serie „Lanterns“ ist gerade gestartet und geht einen anderen Weg: Es ist ein Krimi über Macht, Angst und eine Reflektion darüber, wann es Zeit ist, einem Jüngeren Platz zu machen.
Seit Jahrzehnten gehört Green Lantern zu den kosmischsten Figuren im DC-Universum. Als Gegengewicht zum gefloppten Film mit Ryan Reynolds 2011 macht HBO jetzt aus dem Stoff um Green Lantern einen Provinzkrimi.
– Hast du den Ring gerade benutzt um Geld zu fälschen?
– Nope.
Serienzitat

Superhelden retten normalerweise die Welt. Der einsame Spider-Man Peter Parker muss diesmal vor allem sich selbst retten. Ein Glücksfall fürs Kino.
Ein mysteriöser Fall statt Galaxien und Weltuntergang
Kyle Chandler (bekannt aus der Sportserie „Friday Night Lights“) spielt Hal Jordan, einen erfahrenen intergalaktischen Polizisten, einen Green Lantern. Aaron Pierre spielt John Stewart, einen neuen Anwärter auf den Ring. Gemeinsam ermitteln sie in einer Kleinstadt in Nebraska. Statt ferner Galaxien gibt es staubige Straßen, Footballfelder, Bars. Statt Weltuntergang einen mysteriösen Fall.
Ganz bewusst erinnert die Serie an „True Detective“, so Showrunner Chris Mundy: „Wir wollten eine bodenständige Geschichte erzählen. Wobei ’nachvollziehbar‘ eigentlich das bessere Wort ist. Eine Geschichte über Menschen, die diesen Job machen“, so Mundy. „Deshalb war es uns wichtig, mit einer Welt, einer Atmosphäre und einem Ort anzufangen, die die Zuschauer verstehen können. Und von dort aus wollten wir diese Welt immer weiter vergrößern.“
Zwei Männer in Nebraska, die sich zusammenraufen müssen
Mundy und seine Mitautoren Damon Lindelof und Tom King haben neben „True Detective“ noch andere Vorbilder. Sie wollten nach und nach die emotionalen Geheimnisse ihrer Figuren freilegen. Dafür haben sie sich ausgerechnet bei einem Genre bedient, das vom Superheldenfilm, respektive -Serie, sehr weit entfernt ist – nämlich dem Neo-Western. Eine wichtige Referenz ist für Mundy „No Country for Old Men“ von den Coen-Brüdern.
Ein Film mit einer weiten, staubigen US-amerikanischen Landschaft und dem ständigen Gefühl einer Bedrohung, die unaufhaltsam näherkommt. Im Zentrum steht auch bei „Lanterns“ die Beziehung zweier Männer, die sich zusammenraufen müssen. Hal Jordan ist der Veteran, John Stewart der mögliche Nachfolger.
– Wie hast du ihn bekommen?
– Das weißt du. Beworben hab ich mich nicht um den Ring.
– Hättest du vielleicht tun sollen. Sollte man sich solche Macht nicht erarbeiten?
Serienzitat
Superhelden neu gedacht
Hal muss ausgerechnet den ausbilden, der irgendwann seinen Platz einnehmen könnte. „Lanterns“ widmet sich damit einem Thema, das im Superheldengenre eher selten vorkommt: Älterwerden und die Angst, nicht mehr gebraucht zu werden. „In vielerlei Hinsicht geht es tatsächlich mehr um Nachfolge als um Superhelden“, erzählt Chris Mundy. „Superheld zu sein ist ihr Beruf. Aber wenn man akzeptiert, dass Menschen diesen Beruf ausüben, muss man auch akzeptieren, dass irgendwann jemand zu alt dafür wird. Irgendwann kommen wir alle an diesen Punkt und fragen uns: Ist es Zeit aufzuhören? Genau das steht im Zentrum unserer Geschichte.“
Laterns handelt von Freundschaft und der Angst, nicht mehr gebraucht zu werden
Hal Jordan muss nicht nur die Welt retten, sondern sich irgendwann die Frage stellen, wann es Zeit ist, Platz zu machen. John Stewart hält ihm permanent den Spiegel vor Augen. Er ist jünger, selbstbewusst und keineswegs bereit, einfach nur Hals Schüler zu sein. Mundy und seine Co-Autoren haben beim Schreiben nicht nur über Krimis und Western als potenzielle Referenzen nachgedacht, sondern auch über romantische Komödien. Zwei Menschen treffen sich, geraten aneinander, nähern sich an, entfernen sich wieder. Nur dass hier keine Liebesgeschichte entsteht, sondern eine ziemlich komplizierte Männerfreundschaft in einem Superheldensetting. In der Serie heißt es: „An diesen Ring kommst du nur über meine verdammte Leiche.“
Unter all der DC-Mythologie der letzten Jahre erzählt „Lanterns“ damit stilsicher von irdischen Dingen: vom Älterwerden, von Freundschaft – und von der Angst, irgendwann nicht mehr gebraucht zu werden.
Die HBO-Serie „Lanterns“ läuft in Deutschland auf HBO Max, mit wöchentlichen Episoden ab dem 17. August 2026.

Von bissig bis warmherzig, vom Drama bis zur Komödie reicht die Bandbreite. Einige Filme sind auch in der ARD Mediathek zu sehen.

NDR.de informiert über die besten Kino-Neustarts der Woche, norddeutsche Filmfestivals und die neuesten NDR Produktionen.


Lanterns
Genre:
Abenteuer
Produktionsjahr:
2026
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
Mit Kyle Chandler, Aaron Pierre, Kelly Macdonald, Nathan Fillion u.a.
Regie:
James Hawes, Stephen Williams, Geeta Vasant Patel und Alik Sakharov. Showrunner & Co-Creators: Chris Mundy, Damon Lindelof und Tom King
Altersempfehlung:
ab 16 Jahren
Kinostart:
17.08.2026