Mit einem technisch anspruchsvollen Einhub haben die ÖBB in Graz einen zentralen Bauabschnitt beim Neubau der Eisenbahnbrücke in der Herrgottwiesgasse abgeschlossen. Zwischen 14. und 16. August wurden tonnenschwere Stahlbauteile präzise positioniert und montiert. Damit erreicht das rund 5 Millionen Euro umfassende Infrastrukturprojekt einen entscheidenden Meilenstein und liegt weiterhin im Zeitplan.

Millimetergenaue Montage unter Zeitdruck

Seit Februar laufen die Arbeiten entlang der Strecke zwischen Graz Hauptbahnhof und Graz Ostbahnhof. Nach dem vollständigen Rückbau der Bestandsbrücke aus dem Jahr 1948 erfolgt nun der Aufbau einer modernen Stahlfachwerkkonstruktion. Die neue Brücke wurde in neun Segmenten angeliefert und vor Ort mittels Längsverschubverfahren zusammengefügt.

ÖBB Brückeneinhub in Graz 02Erfolgreicher Brückeneinhub in Graz: 27-Tonnen-Stahlteile präzise montiert, moderne Konstruktion stärkt Bahnbetrieb und reduziert Lärm. Fotos: ÖBB/Chris Zenz

Die einzelnen Bauteile mit einem Gewicht von jeweils rund 27 Tonnen stellten hohe Anforderungen an Logistik, Hebetechnik und Baukoordination. Der Einhub erforderte eine exakte Abstimmung aller Gewerke sowie präzise Kraneinsätze unter engen Zeitfenstern während der Streckensperre. Diese Phase gilt als besonders kritisch im Bauablauf, da hier Toleranzen im Millimeterbereich eingehalten werden müssen, um spätere Gleislage und Tragverhalten sicherzustellen.

Moderne Konstruktion für leistungsfähigen Betrieb

Mit der neuen Stahlkonstruktion schaffen die ÖBB die Voraussetzungen für einen zukunftsfitten Bahnbetrieb. Nach Abschluss der Stahlbauarbeiten wird eine Schotterbettfahrbahn aufgebaut, die sowohl den Fahrkomfort verbessert als auch die Schallemissionen reduziert. Gerade im urbanen Umfeld gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung, da er direkte Auswirkungen auf Anrainer und Betriebsgenehmigungen hat.

ÖBB Brückeneinhub in Graz 03

Die Inbetriebnahme der neuen Brücke ist bereits für den 24. August vorgesehen. Die Gesamtfertigstellung der Bauarbeiten soll bis Ende Oktober 2026 erfolgen.

Neue Radwegbrücke verbessert Verkehrsführung

Parallel zum Eisenbahnprojekt entsteht über den Mühlgang eine eigenständige Radwegbrücke. Sie ermöglicht künftig eine durchgängige und sichere Verbindung entlang der Bahntrasse. Die neue Führung ersetzt die bisherige, weniger direkte Strecke und erhöht damit sowohl Sicherheit als auch Attraktivität für den Radverkehr im betroffenen Stadtgebiet.

Streckensperre als kritisches Zeitfenster

Die finale Bauphase wird im Rahmen einer Gesamtstreckensperre zwischen Graz Hauptbahnhof und Gleisdorf abgewickelt, die noch bis 23. August andauert. Während dieses Zeitraums kommt ein Schienenersatzverkehr mit Bussen zum Einsatz. Solche Sperrpausen sind für komplexe Einhub- und Montagearbeiten unverzichtbar, da sie einen ungestörten Bauablauf und maximale Sicherheit für Personal und Infrastruktur gewährleisten.

Mit dem erfolgreichen Einheben der Stahlbauteile ist ein wesentlicher Schritt für die Modernisierung dieser wichtigen Bahnverbindung erreicht. Die Kombination aus präziser Montage, optimierter Bauabwicklung und funktionaler Erweiterung unterstreicht den hohen technischen Anspruch des Projekts.

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