Szene aus dem Film "A Sad And Beautiful World": Eine Frau und ein Mann sitzen verliebt nebeneinander auf einer Mauer.

AUDIO: Filmtipp: „A Sad and Beautiful World“ (3 Min)

Stand: 19.08.2026 06:00 Uhr

„A Sad And Beautiful World“ ist eine Liebesgeschichte aus dem Libanon. Sie erzählt von Krieg und einer Wirtschaftskrise, ist aber trotzdem leicht, romantisch und immer wieder komisch.

von Anna Wollner

„A Sad and Beautiful World“ hat letztes Jahr in Venedig den Publikumspreis gewonnen und wurde als libanesischer Kandidat für den Oscar als bester internationaler Film ausgewählt.

Im Mittelpunkt des Films stehen zwei Menschen, die sich lieben, aber unterschiedliche Vorstellungen davon haben, ob es in ihrer Heimat überhaupt noch eine Zukunft gibt.

Video:
Trailer zum Film „A Sad And Beautiful World“ (2 Min)

Zwei Wahrheiten, eine Liebe

Nino und Yasmina werden am selben Tag in Beirut geboren, nur Sekunden voneinander entfernt. Sie lernen sich als Kinder kennen, verlieben sich und verlieren sich wieder aus den Augen. 25 Jahre später begegnen sie sich durch einen Autounfall erneut. Plötzlich sieht „A Sad And Beautiful World“ fast wie eine klassische romantische Komödie aus.

Nino, gespielt von Hasan Akil, besitzt ein Restaurant. Er ist charmant, impulsiv und notorisch optimistisch. Einer, der glaubt, dass man fast jedes Problem mit gutem Essen und genügend Lebensfreude lösen kann.

Yasmina, gespielt von Mounia Akl, sieht dieselbe Welt vollkommen anders. Sie arbeitet als Wirtschaftsberaterin und will raus aus dem Libanon. Sie liebt ihre Heimat, glaubt aber nicht mehr an eine Zukunft in dem Land.

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Ein Land, das sich nicht wegdenken lässt

Regisseur Cyril Aris spielt mit den bekannten Gegensätzen zwischen Optimisten und Pessimisten. Aber je länger der Film dauert, desto schwieriger wird es zu sagen, wer von den beiden realistischer auf das Land blickt. Der Libanon ist nicht nur Kulisse einer Liebesgeschichte, er wird zum unsichtbaren dritten Partner dieser Beziehung.

Aris erzählt von Krieg und politischer Instabilität, vom wirtschaftlichen Zusammenbruch und von einem Land, das immer wieder aufgebaut wird, um danach in die nächste Krise zu geraten. Das wohltuende daran: „A Sad And Beautiful World“ ist keine Geschichtslektion. Die große Politik wird hier im Privaten verhandelt. Das Restaurant von Nino bekommt keine Lebensmittel mehr, Wohnraum wird teuer; entweder geht man oder man bleibt. Aris hält erstmal dagegen – mit Romantik.

Dreharbeiten unter schwierigen Bedingungen

Durch die anfängliche Leichtigkeit im Film spürt man die Verschiebung Richtung Realität umso stärker. Der Libanon lässt sich nicht dauerhaft wegromantisieren. Das musste Aris auch während der Dreharbeiten erfahren. Teile des Films wurden 2024 gedreht, während der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah eskalierte. Über Beirut waren während der Produktion Drohnen zu sehen und Überschallknalle zu hören, Drehorte mussten aufgegeben werden.

Sein Film schöpft aus seinen eigenen Erfahrungen im Libanon, aus einem Land, in dem für seine Generation das Nachdenken über Auswanderung zum Lebensgefühl gehört. Hoffnung bedeutet hier nicht automatisch zu bleiben. Wegzugehen bedeutet nicht automatisch aufzugeben.

Am Ende erzählt „A Sad And Beautiful World“ von einer Liebe zu einem Menschen und zu einem Land, die gerade deshalb so kompliziert ist, weil man sehr genau sieht, was einem diese Liebe abverlangt.

Szene aus dem Film "A Sad And Beautiful World": Eine Frau und ein Mann sitzen verliebt nebeneinander auf einer Mauer.

A Sad And Beautiful World

Genre:
Drama
Romanze

Produktionsjahr:
2026

Produktionsland:
Libanon, Deutschland, USA

Zusatzinfo:
Mit Mounia Akl, Hassan Akil, Julia Kassar und anderen

Regie:
Cyril Aris

Länge:
110 Minuten

Altersempfehlung:
ab 12 Jahren

Kinostart:
20. August 2026