Der neu ernannte Konsultor für das Entwicklungs-Dikasterium, Peter G. Kirchschläger, fordert eine ethische Regulierung von KI. Dazu wolle er in das vatikanische Beratungsgremium, in das ihn der Papst berufen hat, seine Expertise einbringen.

Vatikan: Neue Fachleute für das Entwicklungs-Dikasterium ernannt

Unter den zwölf neuen Beraterinnen und Beratern sind der Paderborner Priester und aktuelle Rektor am Campo Santo Teutonico, Peter Klasvogt, der gebürtige Österreicher und …

Kirchschläger ist unter den insgesamt zwölf neuen Fachleuten, die der Papst als Berater für das Dikasterium ernannt hat. Die Namen veröffentlichte der Vatikan am Dienstag, 18. August.

Zur ethischen Regulierung von KI gehöre die „Befreiung des technologischen Fortschritts aus der Geiselhaft von ein paar wenigen Multikonzernen“, fand Kirchschläger gegenüber Kathpress nach seiner Ernennung klare Worte. KI müsse „allen Menschen zugutekommen und dem Planeten Erde dienen“.

Daneben nannte der Sozialethiker auch die Menschenwürde, Menschen- und Kinderrechte, Wirtschafts- und Finanzethik sowie verantwortungsvolle Unternehmensführung als Schlüsselthemen.

Auch die Entwicklungszusammenarbeit sei für seine Forschung relevant. Sie dürfe nicht von Ländern des Globalen Nordens zunehmend „zweckentfremdet werden“, um die eigene Wirtschaft zu fördern, sondern müsse dazu beitragen, „mehr globale Gerechtigkeit zu schaffen“.

Der Kirche komme bei all diesen Fragen eine ethische Orientierungsfunktion zu, unterstrich Kirchschläger. Gemeinsam mit anderen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften verfüge sie über eine „ethische und moralische Kernkompetenz“. Sie könne sich dabei auf sozialethische Grundsätze wie Menschenwürde, Menschenrechte, Solidarität und Subsidiarität stützen. Die religiöse und spirituelle Dimension des Dikasteriums betrachte er als „Bereicherung und Erweiterung“ und sehe als Theologe die Verbindung von Glaube und Wissenschaftlichkeit „in keinster Weise als Widerspruch“.

Papst Leo XIV. hat den aus Österreich stammenden Theologen, Philosophen und Sozialethiker Peter G. Kirchschläger am Dienstag zum Berater der päpstlichen Entwicklungsbehörde berufen. Kirchschläger bezeichnete die Ernennung im Gespräch mit Kathpress als „außerordentliche Ehre“ und zugleich als „große Verantwortung“. Der 49-Jährige gehört damit für fünf Jahre dem zwölfköpfigen Expertengremium des Dikasteriums an, das sich unter anderem mit ethischen Fragestellungen rund um Entwicklungszusammenarbeit, Migration, Umweltschutz und humanitäre Krisen befasst.

Kirchschläger ist seit 2017 Ordinarius für Theologische Ethik und Leiter des Instituts für Sozialethik ISE an der Universität Luzern. Seit 2023 ist er auch Gastprofessor an der ETH Zürich – als erster Theologe überhaupt – sowie am dortigen ETH AI Center. Zuvor forschte er unter anderem an der University of Chicago und der Yale University. Der 1977 in Wien geborene Theologe und Philosoph ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern.

Ebenfalls neu in das Beratungsgremium für das vatikanische Entwicklungs-Dikasterium berufen wurde der deutsche Priester Peter Klasvogt, Rektor des Campo Santo Teutonico in Rom, sowie der Sozialethiker und Philosoph Clemens Sedmak, Direktor des „Nanovic Institute for European Studies“, der wie Kirchschläger aus Österreich stammt.

(kap – pr)