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Las Vegas – Hitzige Szenen im Prozess gegen Duane „Keefe D“ Davis (63)! Der Amerikaner ist ein ehemaliger Gang-Boss der berüchtigten „South Side Crips“ und soll den Mord an Tupac Shakur (†25) organisiert haben. Fast 30 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf die Rap-Legende begann jetzt in Las Vegas der mit Spannung erwartete Mordprozess gegen Davis.
Am zweiten Prozesstag wurde James „Mob James“ McDonald (61) in den Zeugenstand geladen. McDonald war nicht nur Mitglied der Gang Piru Bloods. 1996 war der Kriminelle auch Sicherheitschef des „Club 662“, der Suge Knight (61) gehörte. Knight – ein inzwischen im Knast sitzender Musik-Mogul – war Chef vom legendären Label Death Row Records, bei dem Tupac unter Vertrag war. Und in der Nacht der tödlichen Schüsse sollte der Rapper eigentlich im „Club 662“ auftreten.

Ex-Gangster Duane „Keefe D“ Davis (63) wird fast 30 Jahre nach dem Mord an Tupac der Prozess gemacht
Foto: JOHN LOCHER/AFP
„Ich weiß von vielen Dingen“
McDonald war tief in der Gang-Welt des Problem-Viertels Compton verwurzelt und kannte Suge Knight seit Jahrzehnten. Wenn es Ärger gab, war McDonald derjenige, der sich für Knight darum kümmerte – der Mann fürs Grobe! Auch den blutigen Bandenkrieg zwischen Bloods und Crips erlebte er aus nächster Nähe. Doch über vieles will er bis heute schweigen: „Ich weiß von vielen Dingen. Seit 30 Jahren spricht niemand darüber. Und heute fangen wir damit auch nicht an.“

The Notorious B.I.G. (Christopher Wallace, †24, l.) und Tupac Shakur (†25). Um die beiden Rap-Genies eskalierte der blutige Streit zwischen East und West Coast. Beide Musiker wurden erschossen
Foto: picture-alliance/Mary Evans Picture Library
Dann sprach McDonald über die Mordnacht. Im Club warteten Dutzende Menschen auf Tupac. Nach den Schüssen habe sich zunächst die Nachricht verbreitet, Tupac werde es schaffen. Die Party ging weiter. Doch sechs Tage später starb der Rapper an seinen Verletzungen. Nach Tupacs Tod eskalierte die Gewalt, es habe „Krieg“ gegeben. Dabei wurden mindestens drei Menschen getötet und mehrere verletzt.
Zeuge schimpft über Davis’ Anwalt
Im Zeugenstand wurde der Ex-Gangster zunehmend emotional. Heute ziehe er seine Enkelkinder groß und wolle sein früheres Leben hinter sich lassen. „Wir haben Dinge aus den völlig falschen Gründen getan.“ Brisant: McDonald machte deutlich, dass er Davis trotz der damaligen Rivalität ihrer Gangs nicht belasten will. „Ich will ihn nicht ins Gefängnis schicken, auch wenn wir uns nicht mögen.“ Er wisse, wer in der Mordnacht dabei gewesen sei – Namen wolle er jedoch nicht nennen.
Als Duane Davis’ Verteidiger genauer nachfragte, wer an dem Anschlag beteiligt war und was McDonald darüber wusste, wurde der Ex-Gangster wütend. Offenbar fürchtete er, mit seinen Antworten Davis zu belasten. „Sie fragen Dinge, die diesem Mann schaden!“, fuhr er Anwalt Michael Sanft an. Dann wandte er sich aufgebracht direkt an Davis: „Bring deinen Anwalt unter Kontrolle. Der dreht durch.“
Dann seine klare Ansage: „Ich schicke ihn nicht ins Gefängnis. Das tun SIE.“