
Ob Hochwasser, Großbrand oder extremes Unwetter: Ein neuer bundesweiter Warnkanal über DAB+ schlägt aktuellen Planungen zufolge künftig sofort Alarm und verbreitet automatisch Notfallmeldungen – selbst wenn das Digitalradio im Standby-Modus ist oder Handynetze bei einer Katastrophe zusammenbrechen. So soll das System funktionieren.
Das digitale Radionetz DAB+ soll eine zentrale Erweiterung für den Bevölkerungsschutz erhalten. Am 13. August 2026 hat der Digitalradio Deutschland e. V. gemeinsam mit Partnern aus der Rundfunkbranche neue Richtlinien für den Automatic Safety Alert (ASA) veröffentlicht. Im PDF „Guidelines Automatic Safety Alert“ heißt es auf Seite 25, es sei derzeit geplant, dass das erste bundesweite Ensemble „DR Deutschland“ auf Kanal 5C Warnmeldungen für ganz Deutschland verbreitet. Deutschlandradio würde dafür einen zusätzlichen DAB+-Service mit einer Bitrate von 32 kbit/s und dem DAB+-Protection-Level EEP 2-A einrichten. Als Servicelabel ist derzeit „ASA DE“ vorgesehen.
So erreicht das Signal die digitalen Radiogeräte
Die technische Infrastruktur hinter dem System wird vom Netzbetreiber Media Broadcast gesteuert. Dieser empfängt behördliche Gefahrenmeldungen direkt über das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS). Verarbeitet werden vorrangig eilige Notfallinformationen der höchsten Priorität 1. Anschließend wandelt ein automatisches Text-to-Speech-System die Textnachrichten unverzüglich in gesprochene Sprachdurchsagen um. Parallel dazu rechnet das System das betroffene Gebiet in spezifische ASA-Warnkacheln um. Über redundante Multiplexer werden diese Daten punktgenau zur nächsten Minutengrenze an die Empfänger ausgespielt.
Automatisches Aufwecken aus dem Standby-Modus
Das Entscheidende an dem neuen Standard ist die automatische Reaktion der Endgeräte im Gefahrenbereich: Dank der ASA-Technologie schalten sich kompatible Empfänger selbstständig aus dem Standby-Modus ein oder wechseln vom laufenden Programm direkt zur amtlichen Durchsage. Um Verzögerungen bei der Wiedergabe abzufangen, beginnt das Audiosignal mit einem fünfsekündigen Vorspann. Zudem versenden die Sender ein Vorab-Signal, einen sogenannten Pre-Trigger. Dieser ermöglicht es auch regionalen Sendernetzen, per OE-Alert (Other Ensemble Alert) nahtlos auf die zentrale Warnmeldung zu verweisen.
Ablösung veralteter Technik und weltweiter Schutz
Die Einführung von ASA löst die bisherige, technisch limitierte Funktion der Alarm Announcements schrittweise ab. Das neue Verfahren setzt voll auf den internationalen Standard ETSI TS 104 089. Um Missbrauch zu verhindern, ist die Wort-Bild-Marke Automatic Safety Alert rechtlich geschützt. Der Digitalradio Deutschland e. V. sichert die Marke über das europäische Markenamt EUIPO sowie international ab. Nur Geräte, die ein strenges Prüfverfahren bei DTG Testing in London erfolgreich durchlaufen, dürfen das offizielle ASA-Logo tragen.
Warum das System für Digitalradio-Nutzer wichtig ist:
Zuverlässige Lebensrettung im Schlaf: Kompatible Digitalradios wecken Nutzer bei Notfällen der Stufe 1 selbst im Standby-Modus automatisch auf.
Kein Verpassen von Gefahren: Bei laufenden Radioprogrammen gibt es für die Dauer der amtlichen Warnung eine Unterbrechung und sie schalten selbstständig auf die Durchsage um.
Funktion ohne Mobilfunk und Internet: Die Signalverbreitung erfolgt über Terrestrik (DAB+) und funktioniert auch dann zuverlässig, wenn Handynetze bei Katastrophen überlastet oder ausgefallen sind.
Schutz vor Fehlinformationen: Das markengeschützte ASA-Logo auf Neugeräten garantiert, dass das Radio geprüfte und zertifizierte Sicherheitsstandards erfüllt.
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190826 ASA Warnkanal Bundesmux: KI generiert
MARCUS REICHL (Dipl.-Journalist) ist seit Anfang 2019 alleiniger Inhaber des uni-VERSAL Journalistenbüros Leipzig. Er erlernte das journalistische Handwerk bei der Sächsischen Zeitung (www.saechsische.de), der Bild-Zeitung (www.bild.de) und der Leipziger Volkszeitung (www.lvz.de). Nach dem Volontariat wechselte er in eine Leipziger PR-Agentur und betreute verschiedene Zeitschriftenprojekte als verantwortlicher Redakteur. Seit seiner Selbstständigkeit 2005 hat er sich intensiv in verschiedene Branchen eingearbeitet, darunter Digitales, Medienpolitik (www.av.de, www.digitalfernsehen.de), Materialwirtschaft (www.kiweb.de, www.k-profi.de) und Energie (www.enviam.de, www.mitnetz-strom.de).