Wer hätte das gedacht: Der Mensch, dem man aus der digitalen Ferne oft maßlose Eitelkeit attestiert hat, heiratet seine Partnerin im heimischen Wohnzimmer. Zuvor hatte das halbe Internet gerätselt, wo Cristiano Ronaldo seiner Georgina das Ja-Wort geben würde. Wobei das halbe Internet sich heutzutage schneller versammelt, als ein von Ronaldo geschossener Freistoß zu Bestzeiten fliegen konnte. Schließlich hat das Glamour-Paar allein auf Instagram zusammen 750 Millionen Follower, was immerhin knapp einem Zehntel der Weltbevölkerung entspricht.

In ihrer Fantasie, so erzählte es Georgina Rodríguez der Vogue, habe sie sich früher eine Hochzeit wie im Märchen vorgestellt: „Als kleines Mädchen träumte ich vom größten Schloss, der größten Kutsche, dem längsten Kleid und einer Krone voller Diamanten.“ Doch irgendwann zwischen ihrer Jugend, ihrem Job als Verkäuferin in einem Madrider Gucci-Laden und der Beziehung mit dem berühmtesten Fußballstar der Gegenwart muss sich bei Rodríguez wohl ein Sinneswandel vollzogen haben. In der Vogue, in der die Braut mit Klunkern im Wert von 50 Millionen Dollar und festlich drapiert in Gucci zu sehen ist (Starfotograf Juergen Teller steuerte die Fotos bei), wehrt die Braut jeglichen Verdacht des Größenwahns ab: „Und jetzt sage ich: Nein. Ich möchte etwas Intimes, mit meinem Partner und unseren Kindern, zu Hause.“

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Da kann man nur sagen: Hut ab vor so viel Bescheidenheit! Dagegen verblassen sämtliche im Netz kursierenden KI-Fake-Bilder von der angeblichen Rummel-Hochzeit, mit sämtlichen Stars, die dieser Erdball so hergibt. Selbst im eigenen, durch und durch unglamourösen Freundeskreis hat noch niemals jemand zu Hause geheiratet. Da musste es schon der Leuchtturm an der Nordsee, das Weingut in der Pfalz oder die Villa am Wannsee sein.

Allerdings: Kaum jemand dürfte ein Wohnzimmer besitzen, das von den Ausmaßen eher dem Lounge-Bereich eines großen Luxushotels gleicht als der guten Stube einer fünfköpfigen Familie. Im Online-Magazin Outdoor Living kann man sich das Zuhause von Cristiano und Georgina, eine 35-Millionen-Euro-Villa in der portugiesischen Küstenstadt Cascais, etwas genauer ansehen: Allein der Begriff „Zimmer“ für diese Art von Räumlichkeiten ist eine schamlose Untertreibung. Vom Stil her ist alles dabei, was das Internet unter architektonischem Glamour subsumiert: fließender Grundriss, offener Kamin, Sofalandschaften zum Campieren und ein Bett, in dem die Eheleute theoretisch so viel Abstand halten können, dass sich der vielfach erwähnte Ehevertrag, den sie geschlossen haben sollen, darin schon anzukündigen scheint – oder aber die Annonce auf dem Immobilienmarkt für Milliardäre.

Von der Seitenlinie möchte man dem Paar daher zurufen: alles, alles Gute! Und verliert euch bitte nicht so schnell aus den Augen, in den unendlichen Weiten eures Wohnzimmers.